Die Bank von Korea hat gemeinsam mit einer Gruppe von Geschäftsbanken ihr Einlagen-Token-Projekt dem Live-Betrieb einen Schritt näher gebracht. Laut Informationsmaterial, das der koreanische Bankenverband dem Büro des Zentralbankgouverneurs vorlegte, haben die Beteiligten kürzlich darüber diskutiert, Einlagen-Token im Dauerbetrieb laufen zu lassen – eine Voraussetzung für eine formale, flächendeckende Einführung.
Einfach ausgedrückt: Ein Einlagen-Token ist eine digitale Repräsentation einer Bankeinlage, die in einem verteilten Register geführt wird. Anders als eine digitale Zentralbankwährung für Endverbraucher würden diese Token von Privatbanken ausgegeben, aber auf der Infrastruktur der Zentralbank abgerechnet. Ziel sind schnellere und transparentere Interbank-Überweisungen sowie ein Rückgrat für Märkte für tokenisierte Vermögenswerte.
Das Informationsmaterial von Mitte Juni 2026 deutet darauf hin, dass die Bank von Korea und die teilnehmenden Institute die ersten Pilotphasen bereits abgeschlossen haben. Der nächste Schritt besteht darin, betriebliche Rahmenbedingungen zu schaffen – einschließlich rechtlicher Vorgaben, technischer Standards und Risikomanagement-Protokollen –, die einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb des Systems ermöglichen würden.
Südkorea gehört zu den asiatischen Volkswirtschaften, die digitale Zentralbankwährungen und tokenisierte Einlagen besonders stark vorantreiben. Die Bank von Korea führte ein mehrjähriges CBDC-Pilotprojekt durch, das Ende 2024 abgeschlossen wurde. Das Einlagen-Token-Projekt ist jedoch eine separate Initiative, die auf den Großhandelsbereich abzielt. Mehrere große Banken, darunter Shinhan und Woori, waren an früheren Tests beteiligt.
Für Krypto-Händler liegt die Bedeutung in der Bestätigung der Infrastruktur für tokenisierte Einlagen. Sollte die Bank von Korea eine formale Einführung vornehmen, würde damit eine regulierte Brücke zwischen traditionellem Bankgeld und Blockchain-basierten Abwicklungssystemen geschaffen. Dies könnte die Reibungsverluste für Institute verringern, die in digitale Vermögenswerte einsteigen – und möglicherweise die Tür für tokenisierte Wertpapiere, Stablecoins und sogar börsengehandelte Produkte öffnen, die auf demselben Ledger abgewickelt werden.
Der koreanische Bankenverband nannte keinen Zieltermin für die formale Einführung. Die Unterlagen betonten jedoch, dass der „Dauerbetrieb“ der entscheidende nächste Meilenstein sei. Marktteilnehmer werden auf eine öffentliche Stellungnahme der Bank von Korea im Laufe dieses Jahres achten, die einen konkreten Zeitplan enthalten könnte. Verzögerungen bei der rechtlichen Klarheit oder der Bankenkoordination wären das Hauptrisiko für den Zeitplan.
Südkoreas Notenbank: Einlagen-Token für schnellere Transfers
Die Bank von Korea und Geschäftsbanken bereiten die Einführung digitaler Einlagen-Token vor, um Interbank-Überweisungen schneller und transparenter zu machen. Das neue System verbessert den Zahlungsverkehr und unterstützt die Märkte für digitale Vermögenswerte.