Deel, die Gehaltsplattform, die 40.000 Unternehmen und 1,5 Millionen Auftragnehmer in 150 Ländern bedient, hat DLUSD eingeführt – einen Stablecoin in US-Dollar, der auf der Crypto-Infrastruktur von Stripe basiert. Dadurch können Auftragnehmer DLUSD halten, Belohnungen verdienen und ausgeben, ohne die Plattform zu verlassen, was Reibungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen reduziert, wo traditionelle Zahlungswege Gebühren von 3–7 % erheben und mehrere Tage zur Abwicklung benötigen.
Die Architektur ist entscheidend. Deel gibt keinen eigenen Token isoliert heraus, sondern nutzt den vollständigen Stack von Stripe – die gleiche Infrastruktur, die Stripe für eigene Stablecoin-Projekte einsetzt. Dazu zählen Verwahrung, On-Chain-Abwicklung und Rücknahmeprozesse. Für Auftragnehmer bedeutet das konkret: Sie erhalten DLUSD direkt aufs Guthaben, können Erträge auf ungenutzte Bestände erwirtschaften und jederzeit in Fiat umtauschen oder bei Händlern im Deel-Ökosystem ausgeben.
Das ist ein echtes Liquiditätsspiel. Auftragnehmer in Schwellenländern haben oft Probleme mit traditionellem Banking und dem Zugang zu USD ohne hohe Aufschläge. Stablecoins lösen dieses Problem, vorausgesetzt das Zahlungsnetz ist liquide und der Emittent vertrauenswürdig. Die Unterstützung durch Stripe ist wichtig, weil DLUSD an einen regulierten Zahlungsabwickler mit bestehenden Händler- und Bankbeziehungen gebunden ist. Das ist keine Blockchain-Garantie, aber ein bedeutendes Qualitätsmerkmal für hohe On- und Off-Ramp-Kapazitäten.
Das Belohnungssystem bringt einen weiteren Aspekt ein. Zinsen auf ungenutzte Guthaben animieren Auftragnehmer dazu, DLUSD zu halten statt sofort umzutauschen – eine klassische Maßnahme zur Vertiefung von Liquiditätspools. Offen bleibt, ob die Rendite aus Protokollgebühren, Transaktionsspread oder eigenem Kapital von Deel stammt. Alle drei Varianten sind möglich und bei Transparenz nicht unbedingt risikoreich.
Seit 2023 verfolgt Stripe systematisch den Ausbau seiner Stablecoin-Infrastruktur. 2024 startete das Unternehmen eigene Tests und fokussiert sich nun mehr darauf, Partnern die Infrastruktur bereitzustellen statt selbst Tokens zu kontrollieren. Das Vorgehen mit Deel entspricht diesem Muster: Stripe kümmert sich um die Backend-Technologie, Deel um Marke und Nutzer, und der Stablecoin steht dazwischen. Es handelt sich um ein lizenziertes Infrastruktur-Angebot, nicht um eine Spekulation auf Token-Wertsteigerung.
Für Händler und institutionelle Anleger, die Stablecoin-Adoption beobachten, ist das wichtig, weil es zeigt, wie Stablecoins in Gehalts- und Überweisungsprozesse integriert werden – Bereiche, in denen sie echte Kostenvorteile bringen und nicht spekulativ sind. Sollte Deel bedeutende Volumina mit DLUSD abwickeln, wäre das ein Musterbeispiel dafür, dass Stablecoins traditionelle Gehaltszahlungswege in großem Maßstab ersetzen könnten. Die nächsten öffentlichen Berichte von Deel zum Transaktionsvolumen und zur Rücknahmegeschwindigkeit werden Beachtung finden.
Deel nutzt Stripe Stablecoin-Infrastruktur für DLUSD an 1,5 Mio. Auftragnehmer
Deel hat DLUSD gestartet, einen an den US-Dollar gebundenen Stablecoin auf Basis von Stripes Krypto-Infrastruktur. Damit können 1,5 Millionen Auftragnehmer weltweit bezahlt werden. Das vereinfacht Krypto-Auszahlungen und Belohnungen direkt auf der Plattform.