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Dunamu erhält direkten Zugriff auf südkoreanische Melde- und Steuerdaten

Südkorea gewährt Dunamu, dem Betreiber der landesweit größten Krypto-Börse Upbit, direkten Zugriff auf Melde- und Steuerbescheinigungen. Dies steigert die operative Effizienz und ebnet den Weg für die Expansion in formelle Finanzdienstleistungen.
Südkorea wird es Dunamu – dem Unternehmen hinter der größten Krypto-Börse des Landes, Upbit – ermöglichen, Einwohnermeldebescheinigungen und Steuerzahlungsnachweise direkt aus staatlichen Datenbanken abzurufen.

Das Ministerium für Inneres und Sicherheit führte Anfang des Monats eine Vor-Ort-Prüfung am Seouler Hauptsitz von Dunamu durch, nachdem das Unternehmen die Anerkennung als „berechtigte Institution“ im Rahmen des Verwaltungsdaten-Austauschsystems beantragt hatte. Ein Ministeriumssprecher erklärte, die Prüfung habe keine wesentlichen Mängel ergeben; die endgültige Benennung soll spätestens im Juli – möglicherweise schon diesen Monat – erfolgen.

Mit der Genehmigung wäre Dunamu die erste Krypto-Börse in Südkorea, die auf dieselbe öffentliche Dateninfrastruktur zugreift, die bereits die vier großen Geschäftsbanken, nationale Behörden und wichtige Branchenverbände nutzen. Derzeit haben alle vier großen Banken des Landes diesen Zugang.

Das System erlaubt es Institutionen, Daten direkt über Behördennetze zu verifizieren, anstatt Kunden zur Einreichung von Papierbescheinigungen zu zwingen. Dazu gehören Meldebescheinigungen, Steuerzahlungsnachweise, Krankenversicherungsansprüche – Unterlagen, die Banken etwa für Erbschaftsangelegenheiten oder den Herkunftsnachweis von Vermögen benötigen. Für Upbit bedeutet das eine weit effizientere Überprüfung von Kundenangaben.

Doch der Schritt wiegt schwerer als rein betriebliche Erleichterungen. Branchenkenner werten ihn als klares Zeichen, dass die Regulierungsbehörden Krypto-Börsen als legitime Finanzinstitute und nicht nur als private Handelsplattformen einstufen. Noch nie zuvor wurde ein Unternehmen für virtuelle Vermögenswerte in dieses Datenaustauschsystem aufgenommen. Der Präzedenzfall ist bedeutsam.

Die unmittelbarste geschäftliche Auswirkung betrifft Firmenkunden. Südkoreas Finanzaufsicht hatte im vergangenen Jahr einen Fahrplan für die Öffnung des Kryptomarktes für Unternehmen vorgelegt, und die Umsetzung schreitet stufenweise voran. Für Dunamu würde der direkte Zugriff auf Verwaltungsdaten die Dokumenteneinreichung und -prüfung für Firmenkunden erheblich vereinfachen – ein großer Schritt, um Upbit zu einer glaubwürdigen Gegenpartei für Unternehmen zu machen, die sich bisher zurückgehalten haben.

Die Einstufung stärkt zudem Dunamus Position bei der Ausweitung neuer Finanzgeschäfte über den reinen Krypto-Spothandel hinaus. Mit denselben Verifizierungswerkzeugen wie traditionelle Banken wird es einfacher, künftig Depot-, Brokerage- oder Vermögensverwaltungsdienste anzubieten.

Die offizielle Bekanntmachung des Ministeriums wird in den kommenden Wochen erwartet. Erfolgt sie wie geplant bis Juli, wird Upbit die erste Börse Südkoreas sein, die mit denselben administrativen Datenprivilegien wie eine Geschäftsbank arbeitet – ein stiller, aber entscheidender Meilenstein für die Formalisierung der Branche.