Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments hat einen Gesetzesentwurf zur Genehmigung des digitalen Euro verabschiedet und damit das CBDC-Projekt der Europäischen Zentralbank einen Schritt näher an die Realität gebracht. Bloomberg berichtete am 23. Juni, dass der Ausschuss dafür gestimmt hat, der EZB die Ausgabe eines digitalen Euro in sowohl Online- als auch Offline-Form zu gestatten – ein wichtiger Meilenstein, der die abschließenden Verhandlungen zwischen dem Parlament, den Regierungen der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission einleitet.
Die EZB strebt eine Einführung im Jahr 2029 an. Der digitale Euro wäre gesetzliches Zahlungsmittel, das neben Bargeld verwendet werden kann, und würde über einen Offline-Modus verfügen, der ohne Internetverbindung funktioniert. Brüssel sieht darin ein strategisches Instrument, um Europas Abhängigkeit von US-Zahlungsnetzwerken wie Visa und Mastercard zu verringern und der Verbreitung von Dollar-gestützten Stablecoins entgegenzuwirken.
Das umstrittenste Thema während der Prüfung war, ob die Online- und Offline-Versionen gleichzeitig eingeführt werden sollten. Einige Abgeordnete wollten, dass der Block zuerst Alternativen aus dem Privatsektor testet, bevor die Online-Version veröffentlicht wird. Die EZB lehnte dies ab und argumentierte, dass das Angebot beider Formate von Anfang an den Nutzen des digitalen Euro maximieren würde.
Berichterstatter Fernando Navarrete war deutlich: „Der digitale Euro soll Bargeld nicht ersetzen, sondern die Zahlungsmöglichkeiten erweitern. Die Rechte der Bürger, die weiterhin Bargeld verwenden möchten, bleiben geschützt.“
Unabhängig davon plant die EZB, in den nächsten 12 Monaten die Infrastruktur des digitalen Euro in realen Zahlungsumgebungen durch Pilotprojekte zu testen. Sie entwickelt auch eine Wholesale-CBDC für Interbanken-Überweisungen, deren Entwurf bis 2028 vorliegen soll.
Was nun zu beobachten ist: Die Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission werden den endgültigen Rechtstext festlegen. Die Ergebnisse des EZB-Pilotprojekts, die bis Mitte 2027 erwartet werden, werden bestimmen, ob der Zeitplan für 2029 eingehalten wird. Für Krypto-Händler ist die Offline-Funktion des digitalen Euro ein Designdetail, das es zu beobachten gilt – sie könnte die Art und Weise, wie Privatkundenzahlungen mit Stablecoins im EU-Block konkurrieren, neu gestalten.
EU-Parlamentsausschuss billigt Gesetz zum digitalen Euro für 2029
Der Ausschuss des Europäischen Parlaments hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der es der Europäischen Zentralbank erlaubt, einen digitalen Euro für Online- und Offline-Zahlungen auszugeben. Dieser Schritt betrifft alle EU-Bürger, da er neben Bargeld eine neue Zahlungsmethode schaffen und die Abhängigkeit von US-Zahlungssystemen verringern soll.