Kraken hat am 18. Juni den Zugang zu über 2.500 Solana-basierten Token direkt in seiner Haupt-App freigeschaltet – allerdings durchlief keiner von ihnen das übliche Listing-Prüfverfahren der Börse. Das Unternehmen betont, dass die Token von Kraken weder genehmigt, befürwortet noch geprüft wurden. Wer sie handelt, trägt das volle On-Chain-Risiko.
Die Funktion richtet sich an Nutzer in den USA sowie Kunden in über 100 Ländern. Keine separate Wallet, keine Seed-Phrase, keine Bridge und kein App-Wechsel. Nutzer können Solana-DEX-Token mit USD oder USDC kaufen oder verkaufen, ihre Bestände in der Kraken-Portfolioansicht sehen und müssen nie einen privaten Schlüssel anfassen. Im Hintergrund nutzt der Ablauf eingebettete Wallets von Privy, Jupiter-Routing für Preisangebote und eine Slippage-Obergrenze von 3 %. Kraken erhebt eine Technologiegebühr von 1 % auf jeden DEX-Handel.
Der Zielkonflikt ist leicht zu übersehen, sobald die Assets in der vertrauten Börsenoberfläche liegen. Kraken selbst beschreibt das Setup in den FAQ als selbstverwahrend. Guthaben erscheinen auf demselben Bildschirm wie die Spot- und Futures-Positionen eines Nutzers. Die Grenze zwischen einem von Kraken geprüften Altcoin und einem anonymen Solana-Memecoin beginnt zu verschwimmen.
Es handelt sich um einen bewussten Produkttest. Kraken verpackt die Ausführung eines dezentralen Handels in die App einer zentralisierten Börse. Privatanleger erhalten Komfort – schnellere Abwicklung, Fiat-Anbindung, integrierte Portfoliosichten –, doch Token-Qualität, Liquidität, Verwahrung und Ausführungsrisiko bleiben vollständig On-Chain. Die Börse gibt keinerlei Zusicherungen zu den Projekten hinter diesen Token.
Allein die Liste der verfügbaren Token ist ein Warnsignal. Tausende Solana-basierte Assets, viele erst vor wenigen Tagen gestartet, ohne jedes Prüfverfahren. Dieselbe App, die Bitcoin und Ether listet, zeigt nun auch Token an, die möglicherweise über keine Liquidität, kein Team oder keine Zukunft verfügen. Die Technologiegebühr und das Slippage-Limit von Kraken ändern nichts am zugrunde liegenden Risiko.
Die Funktion ist derzeit live. Nutzer können in der Kraken-App in den Solana-Token-Handel wechseln. Die Frage ist, wie viele den Unterschied zwischen einem geprüften Listing und einer DEX-Abkürzung bemerken – und ob ein schlechter Trade mit einem nicht genehmigten Token auf dem Support-Schreibtisch von Kraken landet. Das Unternehmen hat eine klare Grenze gezogen: Das Risiko bleibt On-Chain. Das App-Erlebnis nicht.
Kraken ermöglicht Handel mit 2.500 ungeprüften Solana-Token in der App
Kraken hat über 2.500 Solana-basierte Token ohne Prüfung in seine App integriert, sodass Nutzer weltweit direkt handeln können – aber das gesamte Risiko liegt bei ihnen. Das ist brisant, weil Kunden diese Token neben geprüften Anlagen sehen und keine zusätzlichen Warnungen erhalten, was sie unerkannten Gefahren aussetzen könnte.