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Südkorea öffnet Krypto-Handel für Unternehmen noch dieses Jahr

Die südkoreanische Finanzaufsicht FSC plant, noch dieses Jahr Unternehmen den Zugang zum Kryptomarkt zu ermöglichen – Teil einer umfassenden Regulierung digitaler Vermögenswerte. Der schrittweise Ansatz soll den Markt von der Dominanz privater Anleger wegbringen und strengere Regeln einführen.
Die südkoreanische Finanzaufsicht FSC macht den Unternehmenszugang zu Kryptowährungen zu einer ihrer wichtigsten politischen Aufgaben in diesem Jahr – ein Schritt, der einen lange von Privatanlegern dominierten Markt umgestalten und die nächste Runde der Regulierung digitaler Vermögenswerte einleiten könnte.

Shim Won-tae von der Abteilung für virtuelle Vermögenswerte im Digital Finance Policy Bureau der FSC erklärte während einer Schulung für Richter am Bezirksgericht Seoul Southern am 15. Juni, dass die Beteiligung von Unternehmen eine Priorität sei, wie Herald Business am 16. Juni berichtete. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Die Regulierungsbehörden wollen zunächst die Marktstruktur festigen, bevor sie tiefer in Stablecoins und die Regeln für Anbieter virtueller Vermögenswerte einsteigen.

Der südkoreanische Kryptomarkt ist seit den Anti-Spekulationsmaßnahmen von 2017 und dem darauf folgenden Echtnamen-System für Ein- und Auszahlungen im Jahr 2018 stark auf Privatanleger ausgerichtet. Unternehmen haben nie wieder praktischen Zugang erhalten. Selbst nachdem die entsprechenden Richtlinien ausliefen, blieben Banken vorsichtig, wenn es darum ging, Firmenkunden Echtnamen-Konten zu eröffnen – wodurch der Won-basierte Börsenhandel für Unternehmen faktisch unerreichbar war.

Diese Fokussierung auf Privatanleger hat auch die ungewöhnliche Neigung Südkoreas zu Altcoins befeuert. Laut dem Bericht entfallen Bitcoin und Ether auf den globalen Märkten auf rund 70 % des Handelsvolumens, in Südkorea jedoch nur auf etwa 40 %. Wenn große Institutionen ausgesperrt sind, füllen kleinere und schnellere Token die Lücke. Diesen Markt will die FSC nun neu ausbalancieren.

Die Einführung soll in Phasen erfolgen. Zunächst dürften Unternehmen zu Zwecken der Bargeldumwandlung handeln. Später kämen Investitionen und Treasury-Aktivitäten hinzu, und erst danach ein breiterer Zugang für allgemeine Unternehmen. Falls auch börsennotierte Unternehmen einbezogen werden, planen die Behörden strengere Geldwäscheprüfungen, Regeln zu Interessenkonflikten und eine genauere Untersuchung der Handelsgründe und Herkunft der Gelder. Auch Drittanbieter für Verwahrung und Verwaltung werden geprüft.

Die Beamten erwägen zudem einen gesetzlich verankerten Branchenverband, der DAXA, die derzeitige Selbstregulierungsorganisation der großen Börsen, ergänzen soll. DAXA habe eine nützliche Rolle gespielt, doch die Regulierer sehen offenbar Grenzen in einem System, das größtenteils auf freiwilliger Durchsetzung beruht.

Der nächste Meilenstein ist der Dezember, wenn Anbieter von Transfers virtueller Vermögenswerte unter dem überarbeiteten Devisentransaktionsgesetz grenzüberschreitende Transferdaten an das Devisennetzwerk der Bank of Korea melden müssen. Diese Daten fließen an Steuer-, Zoll- und Finanzaufsichtsbehörden. Für Händler ist der entscheidende Punkt einfach: wie schnell die FSC diesen politischen Vorstoß in einen praktikablen Rahmen für die Unternehmensanbindung umsetzt – und ob die Banken bereit sind, dies zu unterstützen.