Südkorea steht an der Schwelle zu formellen Stablecoin-Regeln – und die größte Oppositionspartei des Landes sagt, die Ziellinie sei in Sicht. Ahn Do-geol, ein Abgeordneter der Demokratischen Partei, der deren Task Force für digitale Vermögenswerte leitet, sagte am Dienstag auf einem gut besuchten Symposium in Seoul, dass die Arbeit zur Zusammenführung mehrerer Gesetzesentwürfe zu Stablecoins in einem einzigen Gesetzgebungsakt in der „Endphase“ sei.
In der Hashed Lounge in Gangnam sprach Ahn über Stablecoins nicht als Nischen-Kryptoprodukt, sondern als zukünftiges Rückgrat des Zahlungsverkehrs und der Überweisungen. „Stablecoins verändern die zukünftige Finanzinfrastruktur und sind mehr als nur einfache Anlageprodukte“, sagte er. „Geld ist die Grundlage und der Motor aller Finanz- und Realwirtschaftstransaktionen.“
Das Timing ist entscheidend. Allein der südkoreanische Markt für Überweisungen von ausländischen Arbeitskräften beläuft sich auf 5 Billionen Won (3,6 Milliarden US-Dollar) jährlich. Hinzu kommen Zahlungen für K-Inhalte (21 Billionen Won oder 15,2 Milliarden US-Dollar) und Ausgaben ausländischer Touristen (31 Billionen Won oder 22,4 Milliarden US-Dollar), und die adressierbaren Anwendungsfälle für ein Stablecoin-basiertes System belaufen sich auf zig Milliarden Dollar. Ahn argumentierte, dass Stablecoins SWIFT in Bezug auf Gebühren, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Zugänglichkeit für diese Geldflüsse überlegen sind.
Er wies auch auf künstliche Intelligenz als zukünftigen Katalysator hin. Wenn agentenbasierte KI – Software, die autonom im Namen eines Benutzers handelt – schließlich rund um die Uhr Transaktionen abwickelt, könnten Stablecoins zur Abwicklungsebene für Maschine-zu-Maschine-Zahlungen werden.
In Bezug auf die Regulierung sagte Ahn, dass ein breiter Konsens über den Kernrahmen erzielt wurde. Stablecoins müssen eins zu eins an den Won gekoppelt und durch hochliquide Reserven gedeckt sein, die sofort in Bargeld umgewandelt werden können. „Stablecoins sind jetzt unvermeidlich“, sagte er. Es besteht auch Einigkeit darüber, dass digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und privat ausgegebene Stablecoins nebeneinander entwickelt werden sollten.
Das klingt nach grünem Licht für Emittenten – aber noch nicht ganz. Es bleiben wichtige legislative Lücken: Wer darf Stablecoins ausgeben, wie müssen Börsen das Eigentum streuen, um Interessenkonflikte zu vermeiden, und wie kann die Rolle der Banken als Sicherheitsnetz gegen Fintech-Innovationen abgewogen werden. Ahn sagte, die politischen Entscheidungsträger prüften institutionelle Kompromisse zu diesen Punkten.
Die Task Force für digitale Vermögenswerte der Demokratischen Partei führt nun die ausstehenden Gesetzesentwürfe in das vorgeschlagene Grundgesetz für digitale Vermögenswerte zusammen. Sobald dieses verabschiedet ist, warnte Ahn, werde noch eine Folgegesetzgebung erforderlich sein, um die Lizenzierung von Emittenten, die Prüfung von Reserven und die Rückgabemechanismen zu regeln.
Was zu beobachten ist: der Zeitplan der Versammlung für die endgültige Zusammenführung des Gesetzesentwurfs. Wenn die Demokratische Partei in den kommenden Wochen eine parteiübergreifende Einigung erzielen kann, könnte Südkorea bis Anfang nächsten Jahres ein formelles Stablecoin-Regime haben – was dem 3,6-Milliarden-Dollar-Überweisungsmarkt einen drastisch günstigeren Zugang verschaffen würde.
Südkorea vor finalem Stablecoin-Gesetz für schnelle Zahlungen
Südkorea steht kurz vor der Verabschiedung eines Gesetzes zur Regulierung von Stablecoins, um schnellere und günstigere Zahlungen zu ermöglichen. Diese Änderung könnte Gastarbeitern, die Geld nach Hause schicken, Fans von K-Inhalten und ausländischen Touristen zugutekommen, indem sie Finanztransaktionen reibungsloser und kostengünstiger macht.