SEOUL – Südkorea läuft Gefahr, im Wettrennen um den Aufbau von Finanzinfrastruktur der nächsten Generation zurückzufallen, wenn die Nationalversammlung das steckengebliebene Rahmengesetz für digitale Vermögenswerte nicht schnell verabschiedet, so der Abgeordnete der Demokratischen Partei Ahn Do-geol.
Bei einer Rede auf einem Seminar in Yeouido am 22. Juni erklärte Ahn, dass eine rechtliche Grundlage für digitale Vermögenswerte keine Frage mehr der Wahl ist. Große Volkswirtschaften und Finanzinstitute konkurrieren bereits um die Festlegung von Regeln, argumentierte er, und die regulatorische Unsicherheit in Südkorea bremst Innovation.
«Digitale Vermögenswerte entwickeln sich über bloße Anlageprodukte hinaus zu Finanzinfrastruktur der nächsten Generation», sagte Ahn. Er verwies auf die Tokenisierung von Vermögenswerten aus der Realwirtschaft – Staatsanleihen, Geldmarktfonds, Bankeinlagen und Immobilien – als schnell wachsender Markt, der einen klaren rechtlichen Rahmen erfordert.
Ahn nannte Maßnahmen der Vereinigten Staaten, die den GENIUS Act für Stablecoins und den CLARITY Act zur Verfeinerung des Kryptowertgesetzes vorantreiben, sowie das Beispiel Japans, das Stablecoins nach einem zuvor konservativeren Kurs in seine inländische Zahlungsinfrastruktur integriert. Die Botschaft ist klar: andere Jurisdiktionen warten nicht.
Die Demokratische Partei hatte das Rahmengesetz für digitale Vermögenswerte im vergangenen Jahr vorgelegt, doch der Gesetzentwurf ist in einem Ausschuss steckengeblieben. Branchenteilnehmer sagen, dass die Förderung der Industrie für digitale Vermögenswerte ohne ein Grundgesetz praktisch unmöglich ist. Ahn gelobte, in der zweiten Jahreshälfte umfassende Diskussionen wieder aufzunehmen.
«Die Gesetzgebung muss jetzt über Debatten hinaus zur Verabschiedung schreiten», erklärte er. Er plant auch Folgereformen im Bereich Rechtsetzung, einschließlich Änderungen des Gesetzes über elektronische Finanzgeschäfte, um die gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, dass digitale Vermögenswerte zu Finanzinfrastruktur der Realwirtschaft werden.
Für Händler und Anleger zählt der Zeitrahmen. Ahns Initiative deutet auf eine mögliche Verschiebung des regulatorischen Impulses hin, aber der Gesetzentwurf bleibt festgefahren. Der Schlüsselpunkt zum Beobachten: ob die Nationalversammlung eine Abstimmung in der zweiten Jahreshälfte 2026 anberaumt. Jede Verzögerung würde Südkoreas Markt für digitale Vermögenswerte in rechtlicher Unklarheit halten – ein Risiko, das bereits auf lokale Börsenlisten und institutionelle Annahme wirkt.
Südkoreanischer Abgeordneter fordert schnelle Verabschiedung von Digitalanlagengesetz
Der südkoreanische Abgeordnete Ahn Do-geol fordert die beschleunigte Verabschiedung des Rahmengesetzes für digitale Vermögenswerte, um eine rechtliche Grundlage zu schaffen und regulatorische Unsicherheit zu beseitigen. Er verweist auf Initiativen der USA und Japans zur Regulierung von Kryptowerten und Integration von Stablecoins.