Sui dringt tiefer in den Bereich institutioneller Zahlungen vor und hat sich mit Remi Technology zusammengetan, um ein Stablecoin-Abwicklungssystem für Banken und andere lizenzierte Finanzfirmen zu entwickeln. Der Start am 16. Juni zielt auf ein bekanntes Problem im grenzüberschreitenden Finanzwesen ab: Wie kann man blockchain-basiertes Geld nutzen, ohne dass Institute ihre eigenen Compliance-, Verwahrungs- und Berichtsprozesse aufgeben müssen?
Remis Netzwerk wird in die bestehenden Bankbetriebe integriert sein, nicht außerhalb davon. Das ist entscheidend. Banken, die die von der Bison Bank ausgegebenen EUB- und USB-Token verwenden – beide sind elektronische Geldtoken, die den MiCA-Regeln der EU entsprechen –, können Gelder über die Konten senden und empfangen, die sie bereits für tägliche Transaktionen nutzen. Kein separater ausländischer Kustos. Kein eigenständiges Krypto-Zahlungsnetzwerk. Nur Bank-zu-Bank-Bewegungen mit integrierter Stablecoin-Abwicklung.
Der Rollout erstreckt sich laut Sui Foundation über Europa, Asien, Lateinamerika, den Nahen Osten und Nordamerika. Er soll Überweisungen beschleunigen und die Transparenz verbessern, während die Transfers innerhalb regulierter Bankbeziehungen bleiben. Für Institute, die sich gegenüber Krypto-Infrastruktur zurückhaltend verhalten haben, ist das das Argument, das oft verfängt: mehr Kontrolle, klarere Prüfpfade und weniger betriebliche Ausuferung.
Compliance ist der Kern der Struktur. Remi gibt an, dass sein Netzwerk nach MiCA-, FATF- und Basler Ausschuss-Standards entwickelt wurde, mit Smart Contracts, die Risikokontrollen und die FATF Travel Rule integrieren. Die Nachrichtenübermittlung ist für SWIFT-ähnliche Schnittstellen ausgelegt – ein weiteres Zeichen, dass das Projekt auf Banken abzielt, die Kompatibilität statt Disruption wünschen.
Die Bison Bank, die nach Angaben der Stiftung von der Europäischen Zentralbank autorisiert und beaufsichtigt wird, hinterlegt die Token mit einer Partnerbank-Verteilung. Sui bezeichnete EUB und USB als die ersten regulierten Stablecoins im Netzwerk mit Bankenhinterlegung und einer speziellen Finanzberichterstattung. Sam Su, CEO von Remi, sagte, das System sei für Institute gebaut, die Infrastruktur nach Maßstäben großer Banken benötigen, während Sui die Blockchain-Schicht zur Abwicklung bereitstellt.
Die Handelslogik ist einfach: Wenn Banken den Stack übernehmen, könnte Sui seine Rolle bei realen Abwicklungen vertiefen – statt bei spekulativen Strömen. Das Stablecoin-Transfervolumen auf Sui hat seit August 2025 bereits $1 Billion überschritten, so die Stiftung. Als Nächstes bleibt abzuwarten, ob weitere regulierte Banken oder Zahlungsunternehmen dem Netzwerk beitreten und ob das Volumen von einer reinen Größenordnung zu nachhaltiger institutioneller Nutzung wird.
Sui und Remi starten Stablecoin-Zahlungen für Banken
Sui und Remi Technology haben ein Stablecoin-Zahlungssystem eingeführt, das Banken die Nutzung regulierter Stablecoins für Abwicklungen innerhalb bestehender Bankbetriebe ermöglicht. Ziel ist es, grenzüberschreitende Zahlungen durch schnellere, transparente Überweisungen ohne Auslandskustodien zu verbessern.