Der Vorsitzende der CFTC, Mike Selig, hat einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) der USA eine klare Absage erteilt. In einem am 8. Juli veröffentlichten Interview sagte Selig, das Land werde „niemals eine CBDC ausgeben“ – eine Aussage, die die größte Volkswirtschaft der Welt auf einen radikal anderen Weg bringt als Dutzende anderer Nationen, die bereits digitale Währungen testen.
Selig begründete dies mit Datenschutz- und Überwachungsrisiken. Er sagte, die Arbeitsgruppe für digitale Vermögenswerte von Präsident Donald Trump verstehe, dass eine CBDC „zu einem Werkzeug werden könnte, um die wirtschaftliche Aktivität gewöhnlicher Amerikaner zu überwachen und zu zensieren“. Der Vorsitzende fügte hinzu, dass die USA unter der Aufsicht der CFTC niemals eine CBDC ausgeben würden.
Die Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der Zentralbanken in China, der Europäischen Union und anderen Rechtsräumen CBDC-Pilotprojekte vorantreiben. Die USA haben unter der derzeitigen Regierung eine bewusst andere Haltung eingenommen, wobei die Arbeitsgruppe stattdessen die Entwicklung von Stablecoins des Privatsektors und durch den Dollar gedeckte Token wie USDT und USDC betont.
Für Krypto-Händler beseitigt Seligs Erklärung einen langjährigen regulatorischen Druck. Eine föderale CBDC hätte die Zahlungsinfrastruktur umgestalten, mit bestehenden Stablecoins konkurrieren und der Regierung potenziell direkten Einblick in Einzelhandelstransaktionen geben können. Dieses Szenario ist nun vom Tisch, zumindest für die absehbare Zukunft.
Aber Seligs Kommentare unterstreichen auch eine breitere regulatorische Haltung. Die CFTC, die die Derivatemärkte überwacht und eine aktive Rolle bei der Durchsetzung von Krypto-Vorschriften übernommen hat, wird nicht die Behörde sein, die einen digitalen Dollar einführt. Das lässt die Tür für andere Behörden – oder für den Kongress – offen, aber Seligs unverblümte Sprache deutet darauf hin, dass das Weiße Haus dagegen ist.
Marktteilnehmer sollten auf die nächste formelle Erklärung der Arbeitsgruppe für digitale Vermögenswerte oder auf Gesetzesvorschläge achten. Seligs Interview ist der bisher deutlichste Hinweis darauf, dass eine US-amerikanische CBDC vom Tisch ist, aber es bedeutet nicht, dass sich die regulatorische Landschaft beruhigt. Die Agenda der Arbeitsgruppe zu Stablecoins, Verwahrung und Marktstruktur bleibt der wichtigste Katalysator, den es zu verfolgen gilt.
USA werden keinen digitalen Dollar schaffen, um Datenschutzrisiken zu meiden
Der CFTC-Vorsitzende Mike Selig bestätigte, dass die USA niemals eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) ausgeben werden, und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich der staatlichen Überwachung alltäglicher Zahlungen. Diese Entscheidung erhält das derzeitige Datenschutzniveau für Amerikaner und unterstützt die weitere Nutzung privater digitaler Dollar-Alternativen.