Bitcoin durchbrach am 10. Juli die Marke von $64.600 und näherte sich der $65.000-Marke nach einer 10-tägigen Rallye, die den Token um mehr als 15 % von Niveaus unter $58.000 anhob. Die Bewegung beendete wochenlange Stagnation und bescherte den Bullen ihre beste Phase seit Mitte Juni.
Der größte einzelne Katalysator: Der Markt verdaute endlich einen bekannten Angebotsüberhang. Strategy – das von Michael Saylor geführte Unternehmen – verkaufte kürzlich Bitcoin im Wert von rund $200 Millionen. Wochenlang hatten sich Händler darauf vorbereitet, dass dieses Angebot auf den Markt kommen und die Preise deckeln würde. Stattdessen wurde der Verkauf reibungslos absorbiert, und als die Unsicherheit verschwand, traten die Käufer aggressiv auf. Was wie eine Belastung aussah, verwandelte sich in eine Erleichterungsrallye.
Regulatorischer Rückenwind gab zusätzlichen Auftrieb. Circle, der Emittent von USDC, erhielt die Genehmigung zur Gründung einer nationalen US-Treuhandbank – ein Schritt, der auf eine tiefere institutionelle Integration von Stablecoins hindeutet. Unabhängig davon wurde bekannt, dass eine neue Version des Clarity Act bereits nächste Woche eingebracht werden könnte, was die Hoffnung auf transparentere Regeln für digitale Vermögenswerte in Washington weckt.
Die ETF-Flüsse bleiben eine starke Stütze. Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten tägliche Zuflüsse zwischen $221 Millionen und über $300 Millionen. Die Netto-Gesamtsumme der letzten Woche erreichte $1,347 Milliarden, ein Tempo, das darauf hindeutet, dass die institutionelle Nachfrage bei weitem nicht ausgeschöpft ist.
Auch die Saisonalität im Juli hilft. Daten aus dem letzten Jahrzehnt zeigen, dass Bitcoin im siebten Monat tendenziell stetige Gewinne verzeichnet. Selbst während der brutalen Bärenmärkte von 2018 und 2022 erholte sich der Token im Juli um 20 % bzw. 17 %. Dieses historische Muster gibt den Bullen eine statistische Stütze – obwohl die vergangene Performance niemals eine Garantie ist.
Dennoch ist die Dauerhaftigkeit der Rallye eine offene Frage. Die Erholung könnte sich als kurzfristige Erleichterungsrallye erweisen und nicht als Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends. Auf den Charts muss Bitcoin zunächst $65.600 – das Hoch vom 22. Juni – überwinden. Ein Ausbruch über $67.300, das Mitte Juni erreichte Niveau, würde eine stärkere Bestätigung dafür liefern, dass der Markt wirklich gedreht hat. Wie ein Vertreter von Psalion es ausdrückte: Die Bewegung in Richtung $65.000 ist ermutigend, bestätigt aber noch keinen festen Boden.
Die nächsten Wochen sind entscheidend. Wenn Bitcoin diese Widerstandsniveaus durchbrechen kann, während die ETF-Zuflüsse anhalten und die regulatorische Klarheit fortschreitet, könnte sich die Erzählung von Erleichterung zu Erholung wandeln. Wenn er ins Stocken gerät, werden sich die Händler fragen, ob der Angebotsüberhang jemals das eigentliche Problem war – oder nur eine bequeme Ausrede.
Bitcoin steigt über $64.600, da großer Verkauf keinen Preisverfall auslöst
Bitcoin erholte sich auf fast $65.000, nachdem ein großer Verkaufsdruck nachließ und die ETF-Zuflüsse stark blieben. Regulatorische Fortschritte und Genehmigungen für Stablecoins verbesserten die Stimmung am breiteren Kryptomarkt.