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Illinois-Senat genehmigt 0,2% Krypto-Transaktionssteuer trotz Branchenkritik

Illinois plant eine 0,2% Steuer auf Krypto-Transaktionen mit Strafandrohungen bei Nichteinhaltung. Branchenvertreter warnen, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen und Unternehmen und Investoren vertreiben könnte.
Illinois rückt der Einführung der ersten landesweiten Steuer auf Kryptowährungstransaktionen in den USA näher, nachdem der Senat einen Haushaltsplan für das Fiskaljahr 2027 verabschiedet hat, der eine 0,2%ige „Crypto Privilege Tax“ enthält. Diese Abgabe betrifft alle Handelsaktivitäten mit digitalen Assets und verpflichtet Broker und Börsen, die Steuer direkt bei der Transaktion einzubehalten.

Der am 5. Juni verabschiedete Beschluss stellt eine deutliche Verschärfung der Krypto-Regulierung im Bundesstaat dar und sieht strafrechtliche Sanktionen von bis zu fünf Jahren Gefängnis bei Nichteinhaltung vor. Diese Maßnahme hat die lokale Krypto-Branche und Investoren beunruhigt, die befürchten, dass dadurch Geschäftsaktivitäten und Kapital aus Illinois abgezogen werden könnten.

Branchenexperten argumentieren, dass die Steuer zusätzliche Hürden in einem stark umkämpften Markt schafft, in dem Margen oft von der Minimierung von Transaktionskosten abhängen. „Solche Belastungen werden Unternehmen dazu veranlassen, in krypto-freundlichere Bundesstaaten umzuziehen“, sagte ein Manager Bloombergbit unter der Voraussetzung der Anonymität aufgrund der umstrittenen Natur des Gesetzes.

Illinois reiht sich nun in eine wachsende Zahl von Bundesstaaten ein, die eigene Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte schaffen – im starken Gegensatz zu den jüngsten Bemühungen der Bundesregierung, die Krypto-Regulierung zu lockern. Die Divergenz zwischen den staatlichen und bundesstaatlichen Regelungen führt zu regulatorischer Unsicherheit, die Innovationen und Liquidität auf lokalen Märkten behindern könnte.

Besonders relevant ist die Tatsache, dass das Gesetz Brokern die Verantwortung für die Steuerabführung auferlegt, was eine erhebliche operative Belastung für Börsen bedeutet und einige dazu bringen könnte, ihre Services einzuschränken oder ganz aus Illinois abzuziehen. Die Strafmaßnahmen erhöhen zudem den Druck, indem sie Verwaltungsfehler faktisch kriminalisieren, was Kritiker als unverhältnismäßig und wachstumshemmend betrachten.

Händler sollten die Reaktion des Gouverneurs auf das Gesetz und mögliche nachfolgende Änderungen, die die Durchsetzung etwas lockern könnten, genau beobachten. Sollte das Gesetz in Kraft treten, könnte Illinois einen Präzedenzfall schaffen, der andere Bundesstaaten dazu motiviert, ähnliche Regelungen einzuführen – was den US-Kryptomarkt weiter fragmentieren könnte.

Während die Bundesstaaten eilig ihre Haltung zu Kryptowährungen festlegen, sehen sich Marktteilnehmer mit einer zunehmenden Komplexität in einem Flickenteppich von Regulierungen konfrontiert. Die Entscheidung Illinois’ – egal ob Gesetz oder Scheitern – wird ein wichtiger Indikator dafür sein, wie entschlossen regionale Regierungen Kryptoaktivitäten besteuern, selbst wenn SEC und das Finanzministerium zu einer Lockerung der Regulierung tendieren.