Die Expansion von Hyperliquid stieß im Vereinigten Königreich auf regulatorische Probleme, als die Financial Conduct Authority (FCA) die dezentrale Derivateplattform sowie die zugehörige Hyper Foundation auf ihre offizielle Warnliste setzte. Die FCA vermutet, dass das Unternehmen möglicherweise Finanzdienstleistungen auf britischem Boden ohne die erforderliche Genehmigung anbietet oder bewirbt.
In einer Mitteilung vom 21. Mai forderte die FCA Verbraucher auf, diese Firma zu meiden und vor Betrug vorsichtig zu sein. Die Warnung bezog sich explizit auf die Website der Hyper Foundation, die Hyperliquid-Handels-App und die Social-Media-Kanäle des Projekts, die alle als nicht autorisierte Stellen unter der Aufsicht der FCA stehen.
Dieser Schritt verdeutlicht die wachsenden Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes, insbesondere da Hyperliquid über reine Krypto-Märkte hinausgeht und zunehmend mit traditionellen Finanzstrukturen in Berührung kommt. Nutzer aus dem Vereinigten Königreich, die über Hyperliquid handeln, sind im Falle von Verlusten weder durch den Finanzombudsmann noch durch das Financial Services Compensation Scheme geschützt.
Hyperliquid agiert als nicht-kustodiale, dezentrale Exchange, die sich auf Perpetual Futures spezialisiert – Derivate, die gehebelte Exponierung ohne Ablaufdatum bieten. Dieses Modell hat Hyperliquid zu einem wichtigen Akteur im Offshore-Krypto-Derivatehandel gemacht, da es Tradern erlaubt, Positionen unbegrenzt offen zu halten und auf Kursbewegungen zu spekulieren.
Dieses Geschäftsmodell steht im Widerspruch zur britischen Regulierung. Bereits 2021 verbot die FCA den Verkauf von Krypto-Derivaten an Privatkunden und verschärfte 2023 die Regeln für Krypto-Finanzwerbung. Die zunehmende Bedeutung von Hyperliquid unter diesen strengeren Kontrollen erklärt die entschiedene Reaktion der FCA.
Kyle Samani, Vorsitzender von Solana-fokussierten Forward Industries, bezeichnete die FCA-Warnung als „die erste von vielen“. Er erwartet eine verstärkte Aufsicht, vor allem da das Wachstum von Hyperliquid auch das Interesse der traditionellen Finanzwelt weckt.
Dieses Interesse zeigt sich bereits in den USA, wo die Branchenriesen CME Group und Intercontinental Exchange die Plattform der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gemeldet haben. Ihre Bedenken beziehen sich auf Risiken, die durch eine dezentrale Plattform mit begrenzten Know-Your-Customer-(KYC)-Protokollen entstehen. Sie warnen, dies könne Preismanipulation, Absprachen bei sensiblen Marktdaten oder die Umgehung von Sanktionen erleichtern – insbesondere bei Öl-Futures.
CME und ICE betonten, dass solche Aktivitäten globale Öl-Benchmarks beeinträchtigen könnten, wenn geopolitische Akteure die dezentrale Struktur von Hyperliquid nutzen, um konventionelle Kontrollen zu umgehen.
Dieser regulatorische Gegenwind verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen dezentralem Finanzwesen und etablierten Märkten. Der Aufstieg von Hyperliquid prüft die regulatorischen Grenzen an einem kritischen Punkt, an dem Krypto-Derivate und traditioneller Rohstoffhandel zusammenlaufen.
Marktteilnehmer und Beobachter sollten weitere regulatorische Klarstellungen oder Durchsetzungsmaßnahmen in Großbritannien und den USA erwarten. Die Warnung der FCA ist nicht die letzte Hürde für die Plattform. Brancheninsider rechnen mit erhöhter Prüfung, da Regulierungsbehörden die Risiken von Krypto-Derivate-Plattformen in regulierten Bereichen abwägen.
UK-Regulierer warnt vor Hyperliquid bei verschärfter Kontrolle
Die britische Financial Conduct Authority (FCA) warnt, dass Hyperliquid möglicherweise Finanzdienstleistungen ohne Genehmigung anbietet. Dies unterstreicht die zunehmende regulatorische Aufmerksamkeit, da die Plattform in traditionelle Märkte expandiert.