Zurück zu Nachrichten

US-Gesetz fordert 20-Jahres-Sperrung von Bitcoin und vierteljährliche Audits

Ein in den USA eingebrachter Gesetzentwurf zur Schaffung einer strategischen Bitcoin-Reserve schreibt eine 20-jährige Sperrung von BTC-Beständen und vierteljährliche öffentliche Nachweise der Reserven vor. Das Ziel ist größere Transparenz und langfristige institutionelle Bindung an Bitcoin.
Ein kürzlich veröffentlichter Gesetzentwurf des Kongresses offenbart Pläne der Vereinigten Staaten zur Errichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve mit beispiellosen Einschränkungen. Das von Rep. Nick Begich (R-AK) eingebrachte Gesetz H.R. 8957 würde den Verkauf oder die Übertragung von staatlich gehaltenen Bitcoin für volle 20 Jahre verbieten und diese Bestände somit bis 2046 sperren. Die Gesetzgebung schreibt auch vierteljährliche Nachweise der Reserven vor, die einer öffentlichen Prüfung unterliegen, um die Menge und Integrität der Reserve zu überprüfen.

Diese Maßnahme würde, falls verabschiedet, einen radikalen Bruch mit typischer staatlicher Vermögensverwaltung darstellen. Durch das Verbot jeglicher Veräußerung von für zwei Jahrzehnte erworbenen BTC zielt das Gesetz darauf ab, Marktrisiken im Zusammenhang mit möglichen Verkäufen oder Reserveabbuchungen auszuschließen. Die vierteljährlichen Transparenzmaßnahmen deuten auf die Absicht hin, das öffentliche Vertrauen zu bewahren und undurchsichtige Verwahrungspraktiken zu vermeiden, die in den letzten Jahren Kryptofonds belastet haben.

Marktteilnehmer dürften das Gesetz als bullisch für die langfristige Nachfrage nach Bitcoin interpretieren. Ein garantierter staatlicher Käufer mit 20-jähriger Verpflichtung würde das zirkulierende Angebot reduzieren und könnte die verfügbare Menge verschärfen. Andererseits könnten Kritiker argumentieren, dass eine so lange Sperrung die taktische Flexibilität verringert und das Risiko birgt, einen für seine Volatilität bekannten Vermögenswert zu politisieren.

Das Gesetz enthält keine Angaben zu Finanzierungsmechanismen oder Akquisitionsplänen, sodass Unsicherheit über die Menge an BTC, die letztendlich gekauft würde, und zu welchen Preisen besteht. Angesichts des hochrangigen Charakters dieser Initiative hoffen Befürworter, dass es die Bereitschaft der USA anzeigt, Bitcoin als strategischen Vermögenswert statt als bloße Spekulation anzuerkennen.

Vierteljährliche Audits werden unter öffentlicher Aufsicht durchgeführt – eine direkte Reaktion auf frühere Kryptoskandale mit unverifizierlichen Reserven. Diese Transparenzanforderung zielt darauf ab, einen neuen Standard für Verwahrungsverantwortung bei staatlichen Beständen digitaler Vermögenswerte zu setzen. Die Wahl des Prüfers und die Methode für „Nachweis der Reserven" bleiben jedoch offene Fragen.

Trader sollten in den kommenden Monaten Ausschussdebatten und Änderungsanträge beobachten, insbesondere Formulierungen, die die Sperrbestimmungen lockern oder verschärfen könnten. Die Kursentwicklung könnte nicht nur auf den legislativen Fortschritt, sondern auch auf Hinweise zur Größe und zum Zeitpunkt von Akquisitionen reagieren.

Bitcoins Preis hat bislang vorsichtige Gewinne bei der Nachricht von wachsendem institutionellem und staatlichem Interesse verzeichnet. Ob eine 20-jährige BTC-Sperrung durch die US-Regierung Realität wird, bleibt ungewiss, doch sie führt ein neues Modell für offizielle Kryptoverwaltung ein – eines, das traditionelle Vermögensreserve-Strukturen in Frage stellt.