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Texas: KI- und Bitcoin-Miner sollen Stromnetz mitfinanzieren

Texas verpflichtet KI-Anbieter, Rechenzentren und Bitcoin-Miner, die Netzkosten selbst zu tragen, die sie verursachen. Privathaushalte sollen diese schnell wachsenden Branchen nicht länger quersubventionieren.
Gouverneur Greg Abbott hat dem jahrelangen Werben um große Stromverbraucher in Texas eine Kehrtwende verpasst. Am 10. Juni wies er die staatlichen Regulierungsbehörden an, dafür zu sorgen, dass KI-Cloud-Anbieter, Bitcoin-Miner und andere Rechenzentren das Stromnetz finanzieren, das sie belasten – und diese Kosten nicht mehr auf die Haushalte abzuwälzen.

Die Anordnung zielt auf die 3,2 Milliarden Dollar schwere Umsatzsteuerbefreiung ab, die Texas über zwei Jahre an 121 qualifizierte Einrichtungen gewährt. Diese Befreiung erlässt die staatliche Abgabe von 6,25 % auf alles von Servern bis zu Kühlsystemen – und auf die enormen Stromrechnungen, die diese Anlagen verursachen.

Texas hat ein Jahrzehnt damit verbracht, zum attraktivsten Standort in Amerika für den Bau von Rechenzentren zu werden. Günstiges Land, günstiger Strom und die Steuerbefreiung zogen Projekte an, die inzwischen einen Bauumfang von 6,5 Gigawatt erreichen – rund ein Fünftel der landesweiten Gesamtkapazität. JLL prognostiziert, dass der Bundesstaat Northern Virginia bis 2030 als größten Rechenzentrumsmarkt der Welt überholen könnte.

Doch die Rechnung hat sich verschoben. ERCOT verzeichnete im August 2023 einen Allzeithöchststand von 85.508 Megawatt. Die langfristige Prognose des Netzbetreibers geht nun von einer Spitzenlast von bis zu 367.790 Megawatt bis 2032 aus – mehr als das Vierfache dieses Rekords. Die Anschlussanträge für große Verbraucher stiegen 2025 um 270 % auf rund 226 Gigawatt.

Abbotts Brief an die Public Utility Commission und ERCOT erteilt beiden Behörden ein klares Mandat: Rechenzentren müssen die neue Strominfrastruktur, die für sie errichtet wird, vollständig selbst finanzieren. Er ordnete an, dass die PUC bis Ende Juli mit der Senkung der Übertragungskosten für Privathaushalte beginnt. Beide Behörden müssen bis zum 17. Juli ein gemeinsames Memo vorlegen, das darlegt, was sie auf Basis bestehender Regeln tun können und welche neuen Gesetze im Jahr 2027 nötig wären.

Der Gouverneur fordert zudem Vorschriften für wassersparende Kühlung, eine verpflichtende Berichterstattung über Strom- und Wasserverbrauch sowie eine gründliche Prüfung, ob die Umsatzsteuerbefreiung bestehen bleiben sollte.

Für Krypto-Händler ist der Hinweis eindeutig. Texas ist der weltweit größte Standort für Bitcoin-Mining. Jeder Schritt, die Steuerbefreiung abzuschaffen oder eine Netzkostenumlage durchzusetzen, wird die Margen der Miner im Bundesstaat drücken. Das Büro des Finanzbeauftragten schätzt, dass die Befreiung allein in diesem Jahr entgangene Einnahmen von 1,3 Milliarden Dollar verursacht – Geld, das Abbott nun von der Branche zurückfordert.

Das Memo vom 17. Juli wird voraussichtlich die ersten konkreten Schritte umreißen. Bis dahin stehen Miner und KI-Betreiber vor einem regulatorischen Wandel, der zum Modell für andere Bundesstaaten werden könnte, die ihr eigenes Stromnetz unter dem Druck des KI-Ausbaus beobachten.