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Radiant Capital stellt Betrieb nach 18 Monaten ohne Rückgewinnung von 53 Mio. $ ein

Radiant Capital stellt Betrieb nach 18 Monaten ohne Rückgewinnung von 53 Mio. $ ein

Das DeFi-Kreditprotokoll Radiant Capital wird den Betrieb einstellen, nachdem es 18 Monate lang erfolglos versucht hat, 53 Mio. $ zu retten, die bei einem Hack im Oktober 2024 gestohlen wurden. Nutzer können weiterhin Gelder abheben und Kredite verwalten.
Radiant Capital gab am 1. Juni bekannt, dass es den Betrieb einstellen wird, nachdem ein 18-monatiger Versuch, die bei einem Hack im Oktober 2024 entwendeten Gelder in Höhe von etwa 53 Millionen US-Dollar zurückzuerlangen, gescheitert ist. Das DeFi-Kreditprotokoll erklärte, die Entscheidung sei gefallen, nachdem alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, entweder die gestohlenen Vermögenswerte zurückzuholen oder neues Kapital zu sichern, um die Plattform zu stabilisieren. Dadurch fehlte die finanzielle Grundlage für einen verantwortungsvollen Betrieb.

Das Protokoll wird nicht sofort geschlossen. Stattdessen wechselt Radiant in den Wartungsmodus, hält seine Smart Contracts weiterhin on-chain aktiv und sichert den Nutzern den Zugang zu Kernfunktionen. Einzahler können weiterhin Gelder abheben, Kreditnehmer Darlehen zurückzahlen und Händler offene Positionen verwalten. Das Wiederherstellungsportal für betroffene Nutzer bleibt zugänglich, und jegliche später zurückgewonnenen Vermögenswerte werden unter den Geschädigten verteilt.

Der Exploit im Oktober 2024 markiert ein einschneidendes Versagen für eine Plattform, die seit 2022 in Betrieb ist. Bei DeFi-Kreditprotokollen führt eine Sicherheitsverletzung dieser Größenordnung und die daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten zu einer Kettenreaktion: Nutzer verlieren Vertrauen, die Liquidität trocknet aus und die Beschaffung von Neuem Kapital wird nahezu unmöglich. Radiant schätzt, dass dieser Punkt erreicht wurde.

Der Wartungsmodus hält die Infrastruktur funktionsfähig, anstatt einen abrupten Verlust der aktuell in Smart Contracts gebundenen Nutzergelder zu erzwingen. Dieser Ansatz verschafft Zeit für eventuelle Rettungsversuche, so unwahrscheinlich diese auch sein mögen, und vermeidet gleichzeitig die operativen Kosten einer aktiven Protokollentwicklung und -wartung. Die on-chain Verträge bleiben zugänglich, was bedeutet, dass Nutzer die Kontrolle behalten.

Die Situation verdeutlicht eine kritische Schwachstelle bei Krypto-Krediten: Hochwirksame Sicherheitsvorfälle können finanziell tödlich sein, selbst für etablierte Protokolle. Im Gegensatz zu traditionellen Finanzinstituten mit Einlagensicherung oder regulatorischen Rücklagen sind DeFi-Plattformen fast vollständig auf einbehaltene Gewinne und Investorengunst angewiesen, um Verluste zu verkraften. Ein Fehlbetrag von 53 Mio. Dollar vor 18 Monaten scheint beide Ressourcen erschöpft zu haben.

Radiant reiht sich damit in eine wachsende Liste von DeFi-Plattformen ein, die nach einem Hack nicht überleben konnten. Der Zusammenbruch des Protokolls dient als warnendes Beispiel für andere Kreditplattformen, wie wichtig es ist, Sicherheitswiederherstellung und Nutzervertrauen gleichzeitig zu managen. Händler und Liquiditätsanbieter bei Radiant sollten Positionen schließen und Einlagen abziehen, bevor der Wartungsmodus zur Liquiditätsfalle wird.