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Japan klassifiziert Kryptowährungen als Finanzprodukte, ebnet Weg für Spot-Bitcoin-ETFs

Japans Abgeordnetenhaus hat ein Gesetz verabschiedet, das Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether als Finanzprodukte einstuft und Spot-Bitcoin-ETFs ermöglicht. Die Kapitalertragssteuer auf Kryptogewinne sinkt auf 20% – allerdings erst ab 2028.
Japans Abgeordnetenhaus hat eine wichtige Änderung des Finanzinstrumente-und-Börsengesetzes verabschiedet, die Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether als Finanzprodukte einstufen würde – ähnlich wie Aktien. Die Entwicklung, am 11. Juni von Bloomberg berichtet, bereitet den Weg für die eventuelle Listung von Spot-Bitcoin-ETFs in Japan – ein lange erwarteter Schritt für Asiens drittgrößte Volkswirtschaft.

Im neuen Regelwerk würde auf Kryptowährungen ein einheitlicher Kapitalertragsteuersatz von 20% anfallen, was Kryptogewinne mit denen aus herkömmlichen Wertpapieren wie Aktien und Anleihen gleichstellt. Dies ist eine erhebliche Senkung gegenüber der derzeitigen maximalen Steuer von 55%, aber die Änderung soll erst 2028 in Kraft treten. Die Verzögerung deutet auf einen vorsichtigen Ansatz der Gesetzgeber hin, die Anlegerschutz mit Branchenwachstum ausbalancieren möchten.

Das Gesetz führt auch wesentlich strengere Insiderhandels-Regelungen ein und erhöht die Strafen für den Verkauf nicht registrierter Kryptoaktiva. Die maximale Freiheitsstrafe könnte auf 10 Jahre erhöht werden – von bisher drei Jahren – und gleicht damit dem strengen Regelwerk, das konventionelle Wertpapiermärkte schützt.

Masato Yoshizawa, ein Vertreter der Japanischen Finanzdienstleistungsbehörde, charakterisierte die Reformen als Förderung von Innovation durch „ein solides Handelsumfeld". Er verdeutlichte die Haltung der Regierung: nicht, Kryptowährungen bedingungslos zu fördern, sondern einen gesünderen und transparenteren Markt zu entwickeln.

Marktakteure begrüßten die Änderung als längst überfällige Klärung der regulatorischen Unsicherheit. Koichi Kano, Leiter der Japan-Operationen der auf Kryptowährungen spezialisierten Institutsfirma QCP Group, hob den Vorteil einheitlicher Regeln hervor, die es Unternehmen ermöglichen würden, auf gleicher Augenhöhe zu konkurrieren. Dies könnte mehr institutionelle Mittelzuflüsse anziehen und Japans Position im Handel mit Kryptoaktiva festigen.

Allerdings bleiben Herausforderungen bestehen. Der Zeitplan bedeutet, dass Anleger und Unternehmen Jahre auf Steuererleichterungen warten müssen, und die Umsetzung der neuen Rechtsstandards wird eine sorgfältige Durchsetzung erfordern. Darüber hinaus bleibt der breitere globale Wettbewerb um die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs – noch immer nicht in den USA verfügbar – ein Faktor, den es zu beobachten gilt.

Das Gesetz geht nun an die zweite Kammer Japans, das Haus der Räte, zur endgültigen Verabschiedung. Sollte es verabschiedet werden, können Marktakteure mit einer strukturierteren Kryptowährungs-Regulierungslandschaft bis 2027 rechnen, wobei die Steuervergünstigungen ab dem folgenden Jahr gelten. Trader sollten den regulatorischen Zeitplan genau beobachten, da dieser Rahmen Asiens größten Kryptowährungsmarkt umgestalten könnte.