SEC-Kommissarin Hester Peirce verlangt, dass Aufsichtsbehörden bei neuen Produkten des Kryptomarktes nicht länger zögern. In einem Gespräch mit The Rollup am 20. Juni argumentierte sie, dass tokenisierte Wertpapiere, unbefristete Futures und Prognosemärkte alle ein klares Regelwerk benötigen – nicht ein Totalverbot oder die Art vager Aufsicht, die alle im Unklaren lässt.
«Neue Finanzprodukte benötigen ein klares regulatorisches Rahmenwerk», sagte Peirce laut Odaily. «Wir sollten Standards definieren, damit Innovation stattfinden kann, ohne Anleger zu gefährden».
Ihre Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem die SEC unter wachsendem Druck steht, die Grenzen ihrer Befugnis zu klären und zu definieren, wo der Kongress eingreifen sollte. Unbefristete Futures – Kontrakte, die Spot-Exposure ohne Ablaufdatum nachbilden – sind auf Offshore-Börsen populär geworden, bleiben in den USA aber in einer rechtlichen Grauzone. Prognosemärkte haben derweil nach hochkarätigen Wahl- und Sportkontrakten Aufmerksamkeit erregt.
Peirce belebte auch die Diskussion über das von der SEC vorgeschlagene Programm zur Innovationsausnahme – eine Regulierungs-Sandbox – wieder auf. Die Idee: Firmen erlauben, tokenisierte Wertpapierdienstleistungen für einen festen Zeitraum zu testen und sie dabei temporär von bestimmten bestehenden Regeln freizustellen. Sie betonte, dass das Programm «streng und in begrenztem Umfang» durchgeführt würde, um den Anlegerschutz in den Vordergrund zu stellen.
Die Kommissarin machte damit nicht Halt. Sie identifizierte Selbstverwahrung und Finanzprivatsphäre als Kernprinzipien für jedes künftige Regelwerk für digitale Vermögenswerte. Diese Rechte, sagte sie, sollten als grundlegend betrachtet und «in der Gestaltung künftiger Regeln für digitale Vermögenswerte berücksichtigt» werden.
Peirces Haltung hat Gewicht. Sie ist schon lange die lauteste Krypto-Befürworterin der SEC – stimmt oft gegen Durchsetzungsmaßnahmen, die sie als Übergriff betrachtet. Aber ihr Einfluss ist begrenzt in einer Behörde, die unter SEC-Vorsitz Gary Gensler weiterhin stark auf eine Durchsetzungs-First-Strategie setzt.
Die unmittelbare Schlussfolgerung für Trader: erwarten Sie nicht sofort ein grünes Licht vom Regulator. Sandbox-Programme brauchen Zeit zum Entwerfen und noch länger zur Umsetzung. Prognosemarkt-Plattformen wie Kalshi und Polymarket sowie Börsen für unbefristete Futures werden die nächsten Schritte der SEC genau beobachten.
Der Schlüsselkatalysator zum Beobachten? Jeder formale Vorschlag für das Innovationsausnahmeprogramm – und ob der Kongress der SEC vor den Zwischenwahlen 2026 eine klarere Befugnis über diese Produkte einräumt.
Peirce (SEC): Krypto-Derivate brauchen klare Regeln
SEC-Kommissarin Hester Peirce setzt sich für klare Aufsichtsregeln für neue Finanzprodukte wie unbefristete Futures und Prognosemärkte ein, statt Totalverbote oder vage Aufsicht. Sie unterstützt auch eine begrenzte Regulierungs-Sandbox zur Förderung von Innovation bei Schutz der Anleger.