Seoul – Opfer von Telefonbetrug (Voice-Phishing), die Krypto-Vermögenswerte verlieren, könnten bald ihr Geld zurückerhalten. Südkoreas Finanzdienstleistungskommission (FSC) hat am 15. Juli eine öffentliche Kommentierungsphase für überarbeitete Vorschriften eröffnet, die virtuelle Vermögenswerte bei der Rückerstattung von Telekommunikationsbetrug erstmals wie Bargeld behandeln.
Das Problem ist klar: Betrüger haben Kryptowährungen genutzt, um gestohlene Gelder zu waschen, aber das bestehende Gesetz – das Sondergesetz zur Verhinderung von Finanzbetrug im Telekommunikationsbereich und zur Rückerstattung von Betrugserlösen – deckte nur Bargeld ab. Kriminelle nutzten diese Lücke aus. Das geänderte Gesetz, das am 1. Oktober in Kraft tritt, erweitert den Umfang der erstattungsfähigen Vermögenswerte auf virtuelle Assets. Die neue Durchführungsverordnung, die nun zur Kommentierung vorliegt, legt genau fest, wie die Rückerstattungen funktionieren werden.
Die wichtigste Änderung ist die Rückerstattungsmethode. Wenn der gestohlene Vermögenswert Bargeld war, erhalten die Opfer den Betrag in bar zurück. Handelte es sich um einen virtuellen Vermögenswert, erhalten sie denselben Token-Typ und die gleiche Menge zurück, die sich zum Zeitpunkt des Einfrierens der Zahlung auf dem mit dem Betrug verbundenen Konto befanden. Wenn die Form des gestohlenen Vermögenswerts von dem abweicht, was übrig bleibt – zum Beispiel, wenn ein Betrüger Bargeld in Ether umgewandelt hat – erfolgt die Rückerstattung in dem Vermögenswert, der sich zum Zeitpunkt des Einfrierens auf diesem Konto befindet.
Gemischte Konten werden kombiniert behandelt. Bargeld wird zum Nennwert angerechnet. Virtuelle Vermögenswerte werden zu Marktpreisen am Tag des Einfrierens bewertet, um den Erstattungsanteil zu bestimmen.
Ein praktisches Problem bleibt bestehen: Viele Opfer haben noch nie mit Kryptowährungen gehandelt und besitzen keine Wallet oder ein Konto bei einer Börse. Um ihnen zu helfen, wird die FSC eine spezielle Institution benennen, die erstattete Token in ihrem Namen verkaufen und den Erlös in bar auszahlen kann. Die in Frage kommenden Institutionen müssen die Anforderungen der FSC in Bezug auf den Schutz der Nutzer und die Fähigkeit zur Unterstützung der Opfer erfüllen.
Der Vorschlag steht bis zum 24. August zur öffentlichen Kommentierung offen. Danach durchläuft er die abschließenden Verfahren und tritt zusammen mit dem geänderten Gesetz am 1. Oktober in Kraft.
Für Händler bedeutet dies einen klareren rechtlichen Rahmen. Schnellere und fairere Rückerstattungen, wenn die Gelder mehrerer Opfer vermischt sind. Und die Benennung eines staatlich unterstützten Verkaufsagenten könnte zu einem neuen Liquiditätskanal für eingefrorene Token werden – ein Detail, das es bei der Ausgestaltung der Regel zu beobachten gilt.
Südkorea: Rückerstattung für Krypto-Betrugsopfer wie bei Bargeld
Südkoreas Finanzdienstleistungskommission hat eine öffentliche Konsultation zu Regeln eröffnet, die Krypto-Vermögenswerte bei der Rückerstattung an Opfer von Telefonbetrug erstmals wie Bargeld behandeln würden. Das geänderte Gesetz tritt am 1. Oktober in Kraft.