Am 5. Juni enthüllte das US-Repräsentantenhaus den American Reserve Modernization Act (ARMA), mit dem eine föderale strategische Bitcoin-Reserve geschaffen werden soll. Das Gesetz überträgt dem US-Finanzministerium die Verwaltung der strategischen Bitcoin-Reserve sowie eines separaten digitalen Vermögenslagers für weitere Kryptowährungen, die sich im Regierungsbesitz befinden.
ARMA schreibt vor, dass Bitcoin, das durch straf- oder zivilrechtliche Beschlagnahmungen erlangt wurde, dieser strategischen Reserve zugeführt wird. Andere digitale Vermögenswerte werden getrennt gelagert und verwaltet, was einen differenzierten Umgang der Regierung mit verschiedenen Arten von Kryptoanlagen widerspiegelt.
Bemerkenswert ist, dass Bitcoin aus der Reserve für mindestens 20 Jahre weder verkauft noch als Sicherheit verwendet werden darf. Nach dieser langen Sperrfrist dürfen jährlich nur bis zu 10 % des Gesamtbestands über die folgenden zwei Jahre verkauft werden. Forks und Airdrops, die aus Bitcoin im Besitz der Regierung entstehen, müssen mindestens fünf Jahre gehalten werden. Dieser langfristige Verwahrungsansatz deutet darauf hin, dass Bitcoin als knappes und dauerhaftes Asset im Bundeshaushalt behandelt werden soll, ohne kurzfristigen Liquiditätsdruck.
Transparenz ist im Gesetz verankert: Das Finanzministerium soll vierteljährliche Proof-of-Reserve-Berichte veröffentlichen, die Mengen an Bitcoin, Transaktionshistorie und Verwahrung der privaten Schlüssel detaillieren und von unabhängigen Wirtschaftsprüfern verifiziert werden. Dieses Offenlegungsniveau soll Vertrauen und Verantwortlichkeit gegenüber Markt und Öffentlichkeit schaffen.
Über den Schutz der beschlagnahmten Bitcoins hinaus fordert ARMA eine gemeinsame Studie des Finanz- und Handelsministeriums binnen 180 Tagen nach Verabschiedung. Diese soll haushaltsneutrale Möglichkeiten zur Aufstockung der staatlichen Bitcoin-Bestände untersuchen, wobei ausdrücklich keine schuldenfinanzierten Käufe oder neuen Steuern einbezogen werden. Mögliche Wege sind die Umwandlung anderer digitaler Vermögenswerte, die Umschichtung von Vermögen aus Beschlagnahmungen sowie die Nutzung von Zolleinnahmen oder Spenden.
Abgeordneter Nick Begich (Republikaner) charakterisierte Bitcoin als langfristigen Wertspeicher und meinte, die formale Anerkennung als nationales Asset würde die finanzielle Widerstandsfähigkeit und Innovationsführerschaft der USA stärken. Dennoch wirft das Vorhaben Fragen auf, wie die strategische Reserve die Marktmechanismen beeinflusst und ob die 20-jährige Haltefrist wirtschaftlichen oder politischen Veränderungen standhalten kann.
Trader sollten auf kommende Berichte des Finanzministeriums achten, um Hinweise auf die Akkumulationsstrategien der Regierung und die sich entwickelnde Rolle von Bitcoin in der Bundesfinanzpolitik zu erhalten. Der Verlauf der ARMA-Beratung im Kongress könnte einen neuen Kurs für digitale Vermögenswerte in der öffentlichen Finanzierung markieren und möglicherweise globale Bitcoin-Märkte beeinflussen.
US-Repräsentantenhaus schlägt ARMA-Gesetz für Bundes-Bitcoin-Reserve vor
Das US-Repräsentantenhaus hat den American Reserve Modernization Act vorgestellt, der eine föderale strategische Bitcoin-Reserve unter Verwaltung des Finanzministeriums vorsieht. Das Gesetz sieht lange Haltefristen und unabhängige Prüfungen vor, um Bitcoins Rolle als nationales Asset zu stärken.