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Irans Zentralbank wusch gestohlene Bybit-Gelder über CoinEx

Die iranische Zentralbank schleuste Millionen von Dollar, die beim Bybit-Hack gestohlen wurden, über CoinEx, um US-Sanktionen zu umgehen. Dies involviert die Zentralbank und beeinträchtigt die Bemühungen, gestohlene Gelder zu verfolgen und Sanktionen durchzusetzen.
Die Zentralbank des Iran scheint Millionen von Dollar, die bei dem massiven Bybit-Hack gestohlen wurden, über eine mit China verbundene Börse namens CoinEx geschleust zu haben – und die Erlöse zur Umgehung von US-Sanktionen genutzt zu haben. Das ist das Ergebnis eines am Mittwoch veröffentlichten Berichts des Wall Street Journal, der sich auf eine Blockchain-Analyse von TRM Labs beruft.

Der Hack selbst war brutal. Eine von Nordkorea staatlich geförderte Gruppe erbeutete Kryptowährungen im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar von Bybit. On-Chain-Ermittler verfolgten einen Teil dieser gestohlenen Vermögenswerte durch eine Kette von Transaktionen, die in Wallets landeten, die von der Zentralbank des Iran kontrolliert werden. Von dort aus wurden die Gelder zu CoinEx transferiert, einer Börse, die vom ehemaligen Tencent-Ingenieur Haipo Yang gegründet wurde und nun ihren Hauptsitz auf den Seychellen hat.

TRM Labs schätzt, dass mit dem Iran verbundene Wallets seit 2019 mehr als 3,84 Milliarden US-Dollar über CoinEx bewegt haben. Die Analyse kennzeichnete auch direkte Transaktionen zwischen CoinEx-Wallets und Konten, die mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran in Verbindung stehen, einer in den USA als Terrororganisation eingestuften Gruppierung.

Yang teilte dem Journal mit, dass CoinEx „von iranischen Nutzern weit verbreitet genutzt wird“, bestritt jedoch jegliche Verbindung zur iranischen Regierung. Er sagte, die Börse betreibe ein Transaktionsüberwachungssystem und überprüfe Hochrisikokonten. Seit diesem Monat blockiert CoinEx Neuanmeldungen von iranischen IP-Adressen – ein klarer Versuch, sich vom iranischen Markt zu distanzieren. Yang fügte hinzu, dass eine interne Untersuchung der Transaktionen im Zusammenhang mit den Geldern aus dem Bybit-Hack geplant sei.

Der Bericht erscheint zu einer heiklen Zeit. Die US-Sanktionen gegen den Iran bleiben streng, und jede Krypto-Börse, die wissentlich sanktionierte Transaktionen abwickelt, sieht sich erheblichen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Behauptung von CoinEx, von nichts gewusst zu haben, könnte sich als haltlos erweisen, wenn die Blockchain-Spur so eindeutig ist, wie TRM Labs andeutet.

Für Händler unterstreicht die Geschichte ein längerfristiges Risiko: Börsen mit schwachen Compliance-Kontrollen können zu Kanälen für illegale Geldflüsse werden und regulatorische Maßnahmen nach sich ziehen, die die Märkte erschüttern. Der unmittelbare Auslöser, den es zu beobachten gilt, ist die interne Untersuchung von CoinEx – ihre Ergebnisse oder deren Ausbleiben werden darüber entscheiden, ob die US-Behörden eingreifen.