US-Abgeordnete drängen darauf, das Wahlkampfversprechen einer „strategischen Bitcoin-Reserve“ in geltendes Bundesrecht umzuwandeln. Der neu eingebrachte American Reserve Modernization Act (ARMA) würde das US-Finanzministerium gesetzlich dazu verpflichten, eine Bitcoin-Reserve für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren einzurichten und zu verwalten.
Dies ist eine strukturelle Verschiebung in den staatlichen Bilanzen und nicht nur politisches Theater. Im Falle einer Verabschiedung weist der Gesetzentwurf das Finanzministerium an, ein sicheres Cold-Storage-Verwahrsystem aufzubauen, wodurch ein massiver Teil des im Umlauf befindlichen BTC-Angebots effektiv blockiert würde. Diese institutionelle Verwahrung nimmt den Verkaufsdruck vom Markt und führt einen dauerhaften, preisunempfindlichen Käufer ein. Für OTC-Desks und Spot-Börsen bedeutet dies eine massive Reduzierung des liquiden Angebots.
Trader kalkulieren bereits die Auswirkungen eines langfristigen Liquiditätsengpasses. Der gesetzgeberische Weg ist jedoch steil. Die Verabschiedung eines Gesetzentwurfs durch einen gespaltenen Kongress erfordert mehr als nur den Enthusiasmus der Exekutive. Kritiker weisen darauf hin, dass eine obligatorische 20-jährige Haltedauer der Regierung in Haushaltskrisen die Hände binden könnte, während Befürworter argumentieren, dies sei die ultimative Absicherung gegen die Entwertung des US-Dollars.
Wie schlägt sich dies im Vergleich zu bestehenden Reserven? Senatorin Cynthia Lummis hatte zuvor ein Kaufziel von 1 Million BTC ins Spiel gebracht, was etwa 5 % des Gesamtangebots entspricht. Während die genauen Kaufziele von ARMA noch im Ausschuss debattiert werden, spiegelt der strukturelle Rahmen die Strategische Erdölreserve wider. Der entscheidende Unterschied ist die Angebotselastizität: Man kann nicht nach mehr Bitcoin bohren, wenn die weltweite Nachfrage sprunghaft ansteigt.
Die staatliche Akkumulation verändert die Spielregeln für institutionelle Anleger. Wenn die US-Regierung mit dem Kauf beginnt, geraten andere Nationalstaaten unter spieltheoretischen Druck, diesen Käufen zuvorzukommen oder gleichzuziehen. Dies schafft eine Feedbackschleife, die den Wert des Assets dauerhaft neu bewerten könnte.
Es gilt, den Finanzausschuss des Senats auf erste Entwürfe und Änderungsanträge hin zu beobachten. Die unmittelbar zu beobachtende Marke ist der psychologische Widerstand bei 100.000 USD, der sich bei einer gesetzlichen Verankerung der staatlichen Akkumulation in eine dauerhafte Unterstützung verwandeln könnte.
US-Gesetzentwurf schlägt 20-jährige strategische Bitcoin-Reserve vor
Der vorgeschlagene American Reserve Modernization Act (ARMA) würde das US-Finanzministerium anweisen, eine strategische Bitcoin-Reserve für mindestens 20 Jahre aufzubauen und zu verwalten.