Senatorin Cynthia Lummis führte diese Woche eine Gruppe republikanischer Parlamentarier an, die die Finanzaufsicht aufforderten, Klarheit darüber zu schaffen, wie Banken digitale Vermögenswerte in ihren Bilanzen behandeln sollen. Dabei steht die Kapitalanforderung im Fokus – also die Menge an Bargeld und liquiden Reserven, die Banken zur Absicherung ihrer Positionen halten müssen. Dieser technische, aber wesentliche Aspekt bestimmt, wie stark sich Institute im Kryptomarkt engagieren können.
Die Forderung zielt darauf ab, eine „faire Kapitalbehandlung für digitale Vermögenswerte in der Bilanz“ zu etablieren, so die Position der Gesetzgeber. Derzeit ist die regulatorische Lage unklar. Banken, die Bitcoin oder andere Kryptowährungen halten, wissen nicht, ob diese Assets wie traditionelle Wertpapiere behandelt werden oder ob strengere Maßstäbe gelten. Diese Unsicherheit bremst die institutionelle Beteiligung, denn keine größere Bank möchte Kapital unter Regeln binden, die sich noch ändern könnten.
Die Details der Behandlung sind entscheidend. Werden Krypto-Assets als illiquide und risikoreich eingestuft, müssen Banken höhere Kapitalpuffer vorhalten, was die Gewinne aus Krypto-Geschäften schmälert. Wird die Behandlung jedoch an Staatsanleihen oder andere liquide Wertpapiere angelehnt, können Banken Kapital effizienter einsetzen. Das kann darüber entscheiden, ob es sich wirtschaftlich lohnt, eine Krypto-Handelsabteilung oder Verwahrstelle zu betreiben.
Lummis hat sich als eine der konstantesten Befürworterinnen von Krypto im Kongress profiliert. Ihr Einfluss ist bedeutend, da die Republikaner den Senat kontrollieren und sie in maßgeblichen Ausschüssen für Finanzregulierung sitzt. Wichtig ist zudem der Zeitpunkt: Bankenregulatoren wie die Federal Reserve und das Office of the Comptroller of the Currency lockern nach und nach Beschränkungen für Kryptoaktivitäten, doch formelle Regeln zur Kapitalbehandlung hinken der Marktpraktik hinterher.
Branchenbeobachter sehen diesen Vorstoß als Test, ob die Regulierung vom generellen Misstrauen zu klaren, funktionalen Regeln übergehen kann. Krypto-Unternehmen und ihre Bankpartner agieren seit Jahren in Grauzonen zwischen alter Regulierung und neuer Praxis. Eine Festschreibung würde eine Compliance-Risikostufe eliminieren.
Eine offizielle Antwort der Federal Reserve oder OCC wird für die kommenden Monate erwartet. Jede günstige Regelung, insbesondere eine, die geringere Kapitalanforderungen für Spot-Positionen erlaubt, würde voraussichtlich eine Welle neuer institutioneller Produkte und eine breitere Bankbeteiligung am Handel mit digitalen Vermögenswerten auslösen.
Republikaner drängen Aufsicht auf klare Kapitalregeln für Krypto
Senatorin Cynthia Lummis und andere Republikaner fordern die Finanzaufsicht auf, klare Regeln für den Kapitalbedarf von digitalen Assets zu geben. Dies könnte institutionelles Engagement im Krypto-Sektor erleichtern.