UniCredit hat Bedenken hinsichtlich Europas Fähigkeit geäußert, eine an Krypto gebundene Bankenkrise unter dem aktuellen Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Rahmen zu bewältigen. Die italienische Bankengruppe verwies auf strukturelle Schwächen in den EU-Einlagensicherungsvorschriften und warnte, diese könnten nicht ausreichen, falls ein großer Stablecoin-Emittent Liquiditätsschocks erleidet.
Im Gegensatz zu den USA, wo der Einlagenschutz nahezu vollständigen Schutz für Stablecoin-Reservekonten bei Banken bietet, begrenzt das europäische System die Deckung auf €100,000 pro Einleger. UniCredit gab zu bedenken, dass diese Grenze wahrscheinlich nicht ausreicht, um Belastungen durch hohe Reservebestände, die digitale Währungen absichern, aufzufangen, was schwerwiegende Solvenzrisiken für Finanzinstitute zur Folge haben könnte.
MiCA, das später in diesem Jahr vollständig wirksam wird, zielt darauf ab, einen harmonisierten Regulierungsrahmen für Krypto-Assets im gesamten EU-Raum einzuführen. Der Einlagenschutz ist jedoch weiterhin fragmentiert und generell weniger umfassend als in den USA. Dieser Unterschied wurde zunehmend in den Fokus gerückt, da die Sicherheiten von Stablecoins bei traditionellen Banken stärker unter die Lupe genommen werden.
Die jüngste Marktturbulenz zeigte, dass Stablecoin-Anbieter häufig auf Bankpartner angewiesen sind, um hohe liquide Reserven zu halten, was die miteinander verbundenen Risiken zwischen Krypto und traditioneller Finanzwelt verstärkt. Sollte eine solche Bank insolvent werden, könnten europäische Anleger nicht den vollen Betrag ihrer Einlagen zurückerhalten, im Gegensatz zu US-amerikanischen Anlegern, die durch die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und ähnliche Schutzmechanismen abgesichert sind.
MiCA verlangt von Stablecoin-Emittenten, Reservevermögen in Höhe der im Umlauf befindlichen Token zu halten, um die Rückzahlung zu garantieren. Die Warnung von UniCredit verdeutlicht eine mögliche regulatorische Lücke: die Sicherstellung, dass die der Reserve hinterlegten Banken selbst widerstandsfähig bleiben oder dass Einleger ausreichend vor Übertragungseffekten geschützt sind.
Trader und Risikomanager sollten beobachten, wie EU-Regulierungsbehörden diese Diskrepanz im Schutz angehen. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde und die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde planen für das dritte Quartal Beratungen zu Einlagensicherungssystemen und Krypto-Verwahrvorschriften. Diese könnten darüber entscheiden, ob bestehende Rahmenwerke gestärkt oder zusätzliche Schutzmaßnahmen für Stablecoin-Reserven eingeführt werden.
Bis dahin sollten Marktteilnehmer die Lücke im Einlagenschutz in ihre Risikomodelle einbeziehen, insbesondere jene mit Engagements in eurobasierten Stablecoins. Obwohl MiCA Transparenz und Einheitlichkeit fördern soll, könnte das Fehlen eines robusten Einlagenschutzes das Vertrauen der Anleger und die Liquiditätsflüsse bei einem schwerwiegenden Krypto-Banken-Stresstest einschränken.
Stabilität hängt nicht nur von abgestufter Regulierung ab, sondern davon, die fragmentierten Versicherungslimits in der EU vor Inkrafttreten von MiCA zu adressieren. Die nächsten regulatorischen Updates werden entscheidend sein und könnten bis zum Sommer Auswirkungen auf Stablecoin-Bewertungen und Bankrisikoprämien haben.
UniCredit warnt vor möglichem Scheitern des EU-Einlagenschutzes bei Krypto-Bankenkrise
UniCredit weist darauf hin, dass der Einlagenschutz unter MiCA bei großen Stablecoin-Reserven unzureichend sein könnte und eine Krypto-Bankenkrise verschärfen kann.