Südkorea erwägt, die Prüfung von Mehrheitsaktionären für Krypto-Börsen aus dem Anti-Geldwäsche-Regime herauszulösen und in ein eigenständiges Digital Asset Basic Act zu überführen. Dies könnte die Art und Weise, wie neue Eigentümer überprüft und bestehende Börsen beaufsichtigt werden, grundlegend verändern.
Die Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Commission (FSC) prüft diesen Vorschlag, während die Abgeordneten über das umfassendere Digital-Asset-Gesetz debattieren, wie aus der Nationalversammlung und Regierungskreisen vom 18. Juni zu erfahren war. Ziel ist es, die Marktzugangsregeln für virtuelle Asset-Unternehmen in einen sektorspezifischen Rechtsrahmen zu überführen, ähnlich der Regulierung von Banken und Versicherungen. Derzeit fallen die Börsenregistrierung und Meldungen von Eigentümerwechseln unter das Gesetz über die Meldung und Nutzung bestimmter Finanztransaktionsinformationen – ein Gesetz, das zur Bekämpfung von Geldwäsche geschaffen wurde, nicht zur Kontrolle von Unternehmenseigentümern.
Diese Diskrepanz ist mehr als nur eine juristische Besonderheit. Nach den überarbeiteten AML-Vorschriften, die am 20. August in Kraft treten, können Meldungen abgelehnt werden, wenn ein Mehrheitsaktionär mit einer Geldstrafe oder einer schwereren Strafe nach dem Fair Trade Act oder dem Act on the Aggravated Punishment of Specific Economic Crimes belegt wurde. Bislang prüften die Aufsichtsbehörden hauptsächlich Führungskräfte, einschließlich Vorstrafen in der Unternehmensspitze. Der neue Standard greift weiter – und genau hier liegt das Risiko für M&A-Deals mit Börsen.
Naver Corp. und Dunamu Inc. stehen im Zentrum dieser Debatte, nachdem ihr Aktientauschplan Fragen zur Aktionärseignung aufgeworfen hat. Naver wurde im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen den Fair Trade Act im Zusammenhang mit Immobilienlistungsdaten mit einer Geldstrafe belegt. Diese Strafe könnte relevant werden, wenn Naver Financial Co., ein großer Naver-Aktionär, durch die Transaktion die Kontrolle über Dunamu erlangt. Nach den überarbeiteten Regeln könnte diese Vorgeschichte als Ausschlussgrund bei einer Änderungsmeldung für Dunamu gewertet werden.
Deshalb planen die beiden Unternehmen für den 18. August eine außerordentliche Hauptversammlung – kurz vor der Regeländerung am 20. August. Der Zeitpunkt ist entscheidend: Ein Abschluss des Tauschs vor Inkrafttreten der neuen Vorschriften könnte ihnen eine erneute Eigentümerprüfung unter dem strengeren Test ersparen.
Für den Markt geht es um mehr als nur einen Deal. Südkorea steht vor der Entscheidung, ob die Eigentümerschaft von Krypto-Börsen nach einem Anti-Geldwäschegesetz beurteilt werden soll, das nie für Corporate Governance ausgelegt war, oder nach einem separaten, für den Sektor geschaffenen Gesetz. Händler und Deal-Beobachter werden auf die nächste Aktualisierung der FSC achten, denn jede Verankerung der Eigentümerprüfungen im Digital Asset Basic Act würde die Regeln für künftige Börsenzusammenschlüsse festlegen – nicht nur für Naver und Dunamu.
Südkorea erwägt Gesetzeswechsel für Krypto-Börsen-Prüfungen
Südkorea plant, die Prüfung der Aktionärseignung für Krypto-Börsen vom Anti-Geldwäschegesetz in ein neues Digital Asset Basic Act zu verlegen. Diese Änderung verschärft die Regulierungsaufsicht, während über Börsen-Governance und die Kontrolle von Mehrheitsaktionären debattiert wird.