Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat Coinbase die Erlaubnis erteilt, US-amerikanischen Retail- und institutionellen Händlern Permanent-Futures-Kontrakte anzubieten. Zum ersten Mal kann die Börse dieses Produkt im Inland betreiben, ohne Kunden zu ausländischen Plattformen weiterzuleiten. Die Anfang Juni bekannt gegebene Genehmigung beseitigt eine regulatorische Hürde, die US-Händler bislang dazu zwang, gehebelte Kryptoderivate über internationale Börsen beim Coinbase-Konkurrenten zu handeln.
Permanent Futures sind Verträge ohne Verfallsdatum, mit denen Trader auf Preisbewegungen setzen und dabei geliehenes Kapital verwenden können – praktisch Hebel bis zu 50x oder 100x auf Bitcoin, Ethereum und weitere digitale Assets. Die Entscheidung der CFTC spiegelt eine veränderte regulatorische Sichtweise in den USA auf Kryptoderivate wider. Bisher galten solche Produkte als nicht registrierte Wertpapiere oder durften nur über designated contract markets laufen, einen Weg, den Coinbase bisher nicht eingeschlagen hatte.
Die Zulassung ist bedeutsam, da Coinbase die führende Retail-Krypto-Plattform in den USA mit rund 100 Millionen verifizierten Nutzern ist. Die Konsolidierung des Handels mit Permanent Futures auf der Hauptbörse vereinfacht das Nutzererlebnis und hält Handelsgebühren und Liquidität innerhalb des Coinbase-Ökosystems statt sie auf ausländische Wettbewerber wie Bybit und OKX zu verteilen. Außerdem versetzt es Coinbase in die Lage, Handelsströme einzufangen, die bislang unter US-Regulierung fernblieben.
Coinbase hat jahrelang bei der CFTC beantragt, diese Derivate in den USA anzubieten. Die Zulassung zeigt Vertrauen in Coinbases Risikokontrollen – Marginanforderungen, Positionslimits, Liquidationsmechanismen – die den Bundesstandards entsprechen. Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische vollständige Derivate-Lizenz, sondern um die Anerkennung, dass das Permanent-Futures-Produkt von Coinbase im Rahmen bestehender Vorschriften operiert.
Das Timing ist relevant. Große institutionelle Investoren warten auf eine regulierte US-Plattform für den Handel mit Kryptoderivaten ohne Gegenparteirisiken oder Offshore-Verwahrung. Ein Permanent-Futures-Produkt von Coinbase könnte Hedgefonds und Vermögensverwalter anziehen, die bisher FTX-ähnliche Plätze oder Börsen in Singapur und Hongkong nutzen. Die Liquiditätswanderung von unregulierten Plattformen zu einem US-regulierten Anbieter könnte die Marktstruktur erheblich verändern.
Man sollte den offiziellen Starttermin und das Anfangsvolumen im Permanent-Futures-Markt von Coinbase beobachten. Falls die Börse auch nur einen Bruchteil des Offshore-Volumens – geschätzte hunderte Milliarden USD an offenem Interesse – an sich zieht, beginnt das Ende der regulatorischen Arbitrage im Kryptoderivatemarkt, die das Geschehen im letzten Jahrzehnt geprägt hat.
Coinbase erhält CFTC-Zulassung für US-börsengehandelte Permanent-Futures
Die CFTC hat Coinbase erstmals erlaubt, Crypto-Permanent-Futures für US-Händler anzubieten. Dies ermöglicht einen besseren Zugang zu diesen Derivaten auf dem heimischen Markt und stellt einen wichtigen regulatorischen Meilenstein dar.