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Hohe PCE-Inflation belastet Bitcoin unter neuem Fed-Chef Warsh

Hohe PCE-Inflation belastet Bitcoin unter neuem Fed-Chef Warsh

Der neue US-PCE-Inflationsbericht zeigt anhaltend hohe Inflationsdrucke, die die Liquidität verengen und den Bitcoin-Kurs belasten. Investoren befürchten schärfere geldpolitische Maßnahmen unter Fed-Chef Kevin Warsh.
Bitcoin steht unter einem Liquiditätsengpass, den die Federal Reserve kurzfristig nicht zu lockern gedenkt. Nach der Veröffentlichung des US-PCE-Berichts für April am Donnerstag sank die Leitwährung auf etwa 73.300 US-Dollar und schwankte am Wochenende knapp unter der Marke von 73.000 US-Dollar. Die Marktreaktion spiegelt die tiefe Sorgen vor hartnäckiger Jahresinflation wider, die gerade dem günstigen Kapital, das digitale Vermögenswerte antreibt, gefährlich wird.

Die Zahlen an sich waren gemischt, doch die Jahreswerte wiegen am schwersten. Die headline PCE-Inflation beschleunigte sich auf 3,8 % im Jahresvergleich – der schnellste Anstieg in zwei Jahren und fast doppelt so hoch wie das 2%-Ziel der Zentralbank. Die Kern-PCE, die volatile Nahrungsmittel- und Energiekosten herausrechnet, verharrte mit 3,3 % auf dem höchsten Stand seit Oktober 2023. Zwar sank die monatliche Kern-PCE leicht auf 0,2 % statt der von Ökonomen erwarteten 0,3 %, das reichte aber nicht aus, um den insgesamt eher restriktiven makroökonomischen Ausblick zu verändern.

Dieser Inflationsbericht erscheint zu einem höchst sensiblen Zeitpunkt für die Geldpolitik. Er ist die erste bedeutende Datenveröffentlichung unter Kevin Warsh, der am 22. Mai das Amt des Fed-Vorsitzenden von Jerome Powell übernahm. Warsh ist als inflationserhärteter „Falken“ mit Vorliebe für eine schlankere Fed-Bilanz bekannt. Anleger hatten Bitcoin bereits im Frühjahr verkauft, als Warshs Ernennung immer wahrscheinlicher wurde. Eine headline Inflationsrate von 3,8 % liefert dem neuen Vorsitzenden reichlich Argumente, die Zinsen hoch und die Liquidität knapp zu halten.

Im Gegensatz zum Verbraucherpreisindex (CPI), der feste Ausgabenkosten misst, passt das PCE den Warenkorb dynamisch an das Verhalten der Konsumenten an, die teure Artikel durch günstigere Alternativen ersetzen. Weil die Fed ihre Geldpolitik an diesem variablen Maßstab ausrichtet, bestimmt das PCE direkt die Kosten für Fremdkapital und Liquidität. Höhere Jahreswerte untergraben die Erwartungen auf kurzfristige Zinssenkungen, halten die Realrenditen hoch und den US-Dollar stark. Für renditelose Assets wie Bitcoin erhöht dieses Umfeld die Opportunitätskosten, was Kapital in sicherere, ertragsbringende Anlagen zieht.

Die Marktteilnehmer passen nun ihre Erwartungen für die nächste geldpolitische Entscheidung an. Laut CME FedWatch-Daten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Fed bei Warshs erstem Sitzungstermin den aktuellen Zinssatzbereich von 3,50 % bis 3,75 % beibehält. Damit Bitcoin aus seinem bisherigen Kursbereich um 73.000 US-Dollar ausbrechen kann, müsste es entweder einen nachhaltigen Rückgang dieser jährlichen Makroindikatoren geben oder eine unerwartet dovishe Wendung im neuen Fed-Management.

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