Japans Oberhaus hat am Mittwoch einer Gesetzesänderung endgültig zugestimmt, die Krypto-Assets im Rahmen des Gesetzes über Finanzinstrumente und Börsen als Finanzprodukte neu einstuft – ein Schritt, der explizit die Tür für Spot-Exchange-Traded-Funds (ETFs) öffnet.
Der Gesetzentwurf, der in einer Plenarsitzung des Oberhauses verabschiedet wurde, verlagert die Aufsicht über digitale Vermögenswerte vom Gesetz über Zahlungsdienste in den breiteren Finanzregulierungsrahmen. Krypto-Unternehmen werden nun neben Wertpapieren und anderen traditionellen Finanzinstrumenten reguliert. Die Änderung verschärft auch die Strafen für den Betrieb eines nicht registrierten Krypto-Geschäfts.
Das Kernstück für Händler ist die erstmalige formelle Anerkennung von Kryptowährungen als Finanzprodukte im japanischen Recht. Diese Bezeichnung schafft die rechtliche Grundlage für Spot-Krypto-ETFs. Die Japan Exchange Group, die die Tokioter Börse betreibt, hat erklärt, dass sie prüft, ob solche ETFs um 2027 gelistet werden sollen. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte am 10. Juli, dass die Regierung eine Überprüfung vorantreiben werde, die darauf abzielt, Krypto-ETFs im Inland zuzulassen.
Die Gesetzesänderung überarbeitet auch Japans strenges Krypto-Steuersystem. Derzeit werden Krypto-Gewinne im Rahmen eines umfassenden Einkommenssystems besteuert, das bis zu 55% erreichen kann. Das neue Gesetz wird dies durch einen separaten, selbst zu meldenden Steuersatz von etwa 20% ersetzen und gleichzeitig den Verlustvortrag für drei Jahre ermöglichen. Diese Änderung tritt erst nach der Umsetzung des Gesetzes über Finanzinstrumente und Börsen in Kraft – voraussichtlich 2027 –, was bedeutet, dass das neue Steuersystem ab 2028 gelten würde.
Für japanische Anleger ist die Kombination aus ETF-Zugang und einem pauschalen Steuersatz von 20% eine tiefgreifende Veränderung. Die derzeitige Steuerlast wird seit langem als Grund dafür angeführt, dass Privatanleger inländische Börsen meiden oder den Markt einfach verlassen. Die Möglichkeit, Verluste über drei Jahre vorzutragen, mildert auch das Risiko eines schlechten Handelsjahres.
Der legislative Weg hinterlässt einen klaren Zeitplan. Das Gesetz muss noch formell verkündet werden, aber die Abstimmung ist der letzte parlamentarische Schritt. Die Genehmigung setzt eine Frist in Gang: Umsetzung im Jahr 2027, Steueränderungen im Jahr 2028. Marktteilnehmer werden die Überprüfung der ETF-Regeln durch das Finanzministerium im Laufe dieses Jahres und alle Aktualisierungen der Japan Exchange Group zu den Listing-Standards beobachten.
Eine Frage bleibt offen: ob der neue regulatorische Rahmen mehr institutionelles Kapital anziehen oder hauptsächlich der breiten Masse der Privatanleger zugutekommen wird, die bereits über ausländische Plattformen handeln. Mit einer klaren rechtlichen Struktur und einer niedrigeren Steuerlast könnte Japan einen Teil der Liquidität zurückgewinnen, die nach der Ära von Mt. Gox und dem Coincheck-Hack abgeflossen ist.
Japan stuft Krypto als Finanzprodukte ein und ebnet Weg für Spot-ETFs
Japan hat Kryptowährungen offiziell als Finanzprodukte eingestuft, was die zukünftige Einführung von Spot-Krypto-ETFs ermöglicht und günstigere Steuervorschriften für Krypto-Einkommen einführt. Diese regulatorische Änderung schafft eine starke institutionelle Grundlage für den Kryptomarkt in Japan.