Die Federal Reserve öffnet einen Spalt in ihrer stark bewachten Festung. Ein neuer Vorschlag, der zur öffentlichen Kommentierung vorgelegt wird, führt "Zahlungskonten" ein – ein Kompromiss, der Krypto-Unternehmen und Fintechs direkten Zugang zu den Zahlungsnetzwerken der Zentralbank ermöglichen soll, ohne ihnen eine vollständige Banklizenz zu erteilen.
Derzeit müssen Nichtbanken-Finanzinstitute auf zwischengeschaltete Partnerbanken zurückgreifen, um Transaktionen abzuwickeln. Diese Mittelschicht verursacht zusätzliche Gebühren, Kontrahentenrisiken und Latenzzeiten. Direkter Zugang zu den Fed-Netzwerken – wie FedNow oder Fedwire – disintermediaisiert diese traditionellen Banken. Aber die Fed gibt die Schlüssel zur Schatzkammer nicht einfach so preis. Diese neuen Konten werden strenge Auflagen haben: keine Einlagensicherung, kein Zugang zum Diskontfenster und strikte Obergrenzen für Guthaben.
Es ist ein klassisches "Karotte und Stock"-Spiel. Die Zentralbank möchte Schattenzahlungssysteme unter ihren regulatorischen Schirm bringen, wo sie die Geldflüsse in Echtzeit überwachen kann. Für Krypto-Unternehmen, insbesondere Stablecoin-Emittenten, ist dies ein zweischneidiges Schwert. Die direkte Abwicklung über die Fed reduziert das operative Risiko, aber die Compliance-Last könnte erdrückend sein. Circle oder Tether müssten sich einer strengen Aufsicht der Fed unterwerfen, um Zugang zu erhalten.
Traditionelle Banken werden mit ziemlicher Sicherheit stark dagegen lobbyieren. Sie betrachten Fintechs als regulatorische Arbitrageure, die ihre Einnahmen aus der Zahlungsabwicklung schmälern. Der Vorschlag der Fed besagt ausdrücklich, dass diese Konten keine "vollen Bankprivilegien" gewähren werden, eine klare Anspielung auf die Befürchtungen der Bankenlobby vor Disintermediation.
Die öffentliche Kommentierungsfrist läuft 60 Tage. Händler sollten auf formelle Rückmeldungen von großen Stablecoin-Emittenten und der American Bankers Association achten. Die Behandlung der Stablecoin-Reserven im endgültigen Rahmen – insbesondere ob diese Zahlungskonten ertragsbringende Staatsanleihen halten dürfen – wird entscheiden, ob dies eine echte operative Verbesserung oder nur eine regulatorische Falle ist.
Fed schlägt "Zahlungskonten" für Krypto und Fintech vor
Die US-Notenbank Federal Reserve hat eine neue Art von "Zahlungskonten" vorgeschlagen, um Krypto- und Fintech-Unternehmen eingeschränkten Zugang zu ihrer Zentralbankinfrastruktur zu gewähren und so Innovationen im Zahlungsverkehr zu fördern.