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Gesetzgeber wollen Test von 1946 durch neue Regeln für Token ersetzen

Die SEC verwendet den Howey-Test von 1946, um zu entscheiden, ob digitale Token Wertpapiere sind, was zu Klagen und Unsicherheit für Entwickler führt. Der vorgeschlagene CLARITY Act würde ihn durch Regeln für digitale Vermögenswerte ersetzen, sodass ausreichend dezentralisierte Token als Rohstoffe unter der Aufsicht der CFTC und nicht als bei der SEC registrierte Wertpapiere behandelt werden könnten.
Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 1946 bestimmt immer noch, welche Krypto-Token die SEC als Wertpapiere einstuft. Das könnte sich endlich ändern.

Der Howey-Test entstand aus einem Fall über den Verkauf von Orangenplantagen in Florida. Er legt vier Bedingungen fest: eine Geldanlage, in einem gemeinsamen Unternehmen, mit einer angemessenen Gewinnerwartung, wobei diese Gewinne aus den Bemühungen anderer resultieren. Die SEC hat diesen Standard genutzt, um gegen alles von Initial Coin Offerings bis hin zu Staking-Programmen vorzugehen. Das Ergebnis waren jahrelange Vollstreckungsmaßnahmen und rechtliche Unklarheit für Token-Emittenten.

Ripples XRP entging teilweise der Einstufung als Wertpapier, als ein Richter letztes Jahr entschied, dass programmatische Verkäufe an Privatkunden die vierte Bedingung nicht erfüllten. Aber dieser Fall zeigte, wie faktenabhängig die Analyse ist. Andere Projekte hatten nicht so viel Glück – Telegram und Kik einigten sich beide mit der SEC, nachdem ihre Token-Verkäufe als nicht registrierte Wertpapierangebote eingestuft wurden.

Nun drängen Gesetzgeber auf eine legislative Lösung. Der CLARITY Act – kurz für Clarity for Digital Tokens Act – würde den Test von 1946 abschaffen und durch ein speziell für digitale Vermögenswerte geschriebenes Rahmenwerk ersetzen. Der Gesetzentwurf führt eine Schwelle für „ausreichende Dezentralisierung“ ein. Token, die diese bestehen, würden als Rohstoffe unter der Aufsicht der CFTC behandelt, nicht als bei der SEC registrierte Wertpapiere.

Befürworter sagen, die Änderung würde den Zyklus der Rechtsdurchsetzung per Klage beenden. Entwickler wüssten vor dem Start, ob ihr Token registriert werden muss. Kritiker argumentieren, der Gesetzentwurf könnte Schlupflöcher schaffen, die es böswilligen Akteuren ermöglichen, Offenlegungspflichten zu umgehen. Die SEC hat Bedenken hinsichtlich einer Schwächung des Anlegerschutzes geäußert.

Für Händler steht Konkretes auf dem Spiel. Die derzeitige Unsicherheit bei der Klassifizierung von Token hat den institutionellen Kapitalzufluss gebremst und viele Projekte davon abgehalten, an US-Börsen gelistet zu werden. Ein klares Regelwerk könnte Milliarden an Kapital freisetzen. Bis dahin bleibt der fast achtzig Jahre alte Howey-Test das geltende Recht.

Der CLARITY Act befindet sich noch im Ausschuss. Sein Weg zur Verabschiedung ist ungewiss. Man sollte auf Anhörungen und etwaige Stellungnahmen der SEC zu dem Gesetzentwurf achten – das werden die nächsten Katalysatoren sein.

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