Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, warnte, dass die US-Regulierungsbehörden bei der Ausarbeitung der Durchführungsbestimmungen für den GENIUS Act zusammenarbeiten müssen – andernfalls bestehe die Gefahr, dass Unternehmen sich die schwächste Aufsichtsbehörde aussuchen, um der Kontrolle zu entgehen.
In einer Rede am 15. Juli erklärte Warsh, er wolle das, was er als „Regulierungsarbitrage“ im Stablecoin-Bereich bezeichnete, unterbinden. Damit ist die Praxis gemeint, dass ein Unternehmen nach der am wenigsten restriktiven Jurisdiktion oder Regulierungsbehörde sucht, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und gleichzeitig strengere Standards andernorts zu umgehen.
„Das Letzte, was wir brauchen, ist ein Wettlauf nach unten, bei dem Unternehmen ihre Regulierungsbehörde danach auswählen, wer die wenigsten Fragen stellt“, sagte Warsh laut einem Bericht von Bitcoin.com. Er betonte, dass Bundes- und Landesbehörden sich abstimmen müssen, um sicherzustellen, dass die Schutzmechanismen des GENIUS Act einheitlich angewendet werden.
Der GENIUS Act – kurz für Guiding Establishment of National Standards for U.S. Stablecoins (Leitfaden zur Etablierung nationaler Standards für US-Stablecoins) – zielt darauf ab, einen bundesweiten Rahmen für Stablecoin-Emittenten zu schaffen. Da jedoch bereits mehrere staatliche Regulierungsbehörden in diesem Bereich tätig sind, ist das Risiko widersprüchlicher Regeln real. Warshs Kommentare deuten darauf hin, dass die Fed eine Harmonisierung als entscheidend und nicht als optional ansieht.
Für die Kryptomärkte ist die Botschaft bärisch. Strengere, einheitlichere Stablecoin-Regeln könnten die Fähigkeit der Emittenten einschränken, in Jurisdiktionen mit lockerer Regulierung zu agieren, was potenziell die Margen schmälern und die Innovation verlangsamen würde. Bitcoin, oft der erste Vermögenswert, der auf regulatorische Anzeichen reagiert, könnte Gegenwind erfahren, da Händler ein strengeres Durchsetzungsumfeld einpreisen.
Warsh nannte keinen Zeitplan für den Regelsetzungsprozess, aber seine Betonung der Koordination deutet darauf hin, dass die Fed beabsichtigt, eine aktive Rolle zu spielen. Marktteilnehmer sollten in den kommenden Monaten auf zwischenbehördliche Arbeitsgruppen oder gemeinsame Leitlinien achten.
Fazit: Ein koordinierter regulatorischer Vorstoß im Rahmen des GENIUS Act könnte die Arbitrage-Schlupflöcher schließen, die einige Stablecoin-Firmen derzeit ausnutzen. Das bedeutet wahrscheinlich höhere Compliance-Kosten und weniger Flexibilität – Faktoren, die tendenziell die Risikobereitschaft im Kryptobereich belasten.
Warsh fordert koordinierte GENIUS-Act-Regeln gegen laxe Aufsicht
Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, sagte, dass Bundes- und Landesregulierungsbehörden die Regeln für Stablecoin-Emittenten im Rahmen des GENIUS Act koordinieren müssen. Dies soll verhindern, dass Unternehmen sich die Aufsichtsbehörde aussuchen, die die wenigsten Fragen stellt.